Archiv | Oktober 2010

Ostsee

バルト海

Also, falls ihr euch wundert, warum der Ostseeurlaub so lange gedauert hat, bis er online gestellt wurde: ich war erkältet und fühlte mich nicht danach was hochzuladen, aber jetzt geht es mir wieder besser, wenn auch ein Resthusten noch übrig ist.

Ich machte in dem schönen Ostseebad Binz auf der Insel Rügen vom 11.9. – 18.9.2010 Urlaub. Zu der Zeit war es da oben schon etwas frischer, also nicht mehr so geeignet zum Baden, außer für die Hartgesottenen. Ich mag keine 17°C Wassertemperatur. Ich bin nur mit den Füßen rein. Ich besuchte meine Großeltern in ihrer Ferienwohnung, die sie seit zehn Jahren dort oben jedes Jahr für drei Wochen im Sommer beziehen. Ich war schon einmal 2007 bei ihnen zu Besuch und 2000 war ich mit meinen Eltern zum ersten Mal da. Ich mag Rügen. Allgemein das Wasser. Das Wetter war recht durchwachsen mit Sonne und Wolken aber nicht kalt. Die Lufttemperatur ging nie unter 12°C. Tagsüber waren es schon so 18°C, was zum Beispiel fürs Radfahren sehr angenehm ist. Ich machte mit meinem Opa eine Radtour von Binz nach Sassnitz, wo es einen mehr oder weniger gut ausgebauten Radweg gibt, der über Prora und Mukran führt.

Der Ort Prora ist für seinen Koloss von Prora bekannt, einen in den 1930er Jahren erbauten Häuserblock, der sich auf über 4,5 km erstreckt und mal ein Seebad für 20.000 Menschen werden sollte. Der Beginn des 2. Weltkriegs stoppte die weiteren Bauarbeiten des KdF-Projektes. Das Museum dort ist sehenswert und informativ!

Mukran – eigentlich der Fährhafen Sassnitz – ist für seinen großen Güterumschlagshafen bekannt. Hier fahren Fähren nach Schweden, Litauen und Russland ab.

Sassnitz selbst ist wie Binz ein Erholungsort, weist aber keine Bäderarchitektur auf wie alle Ostseebäder östlich von Binz. Die Bäderarchitektur ist wirklich sehr schön. Viele Touristen fahren nach Sassnitz, weil es hier Wanderwege zu den bekannten Kreidefelsen gibt – dem Königsstuhl. Allerdings habe ich den diesmal nicht geschafft zu sehen. Ein anderes Mal bestimmt.

Binz hat wie schon gesagt eine schöne Bäderarchitektur wie die Orte SellinBaabe und Göhren. Allerdings ist hier wesentlich mehr los als in den anderen Ostseebädern. Es gibt hier ein großes Kurhaus zu bestaunen und allein die Einkaufsstraße und die Strandpromenade laden zum Bummeln ein. Das Ferienhaus meiner Großeltern befindet sich auf dem Hof hinter einem Wohnhaus und liegt sehr ruhig aber nicht weit vom Strand entfernt. Außerdem ist wirklich alles um die Ecke, angefangen bei der Kaufhalle bis zum Geldautomaten, dem Souvenirgeschäft oder Bäcker.

Mit meinen Großeltern machte ich wenige Tage vor unserer Abreise einen Tagesausflug nach Stralsund. Es hatte ein wenig Überzeugungsarbeit gekostet, dass sie mitkommen, aber die Zuganbindung war sehr günstig, darum sprach letztendlich nichts dagegen. Stralsund hat eine wunderschöne Altstadt, die wir erkundeten. Wir besuchten das Meeresmuseum und Ozeaneum, die wirklich einen Besuch wert sind.

Auf der Insel Hiddensee war ich auch. Die Tour habe ich aber allein gemacht. Eine autofreie Insel ist schon was Feines. Dort läuft alles wesentlich ruhiger ab. Es gäbe einfach zu viel zu erzählen…

Prignitz

プリグニツ

Vom 23.8. – 27.8.2010 besuchte ich meine Verwandtschaft väterlicherseits, die in der Prignitz wohnt. Vielleicht kennt jemand von meinen Lesern diesen recht schönen Landstrich im Nordwesten Brandenburgs. Die Gegend wird von Flachland, Wäldern und Heidelandschaft geprägt und erstreckt sich von Wittenberge im Westen bis Rheinsberg im Osten auf einer Fläche von 2,123 km². Das heutige Gebiet der Prignitz entstand 1993 durch die Fusionierung der Gebiete Pritzwalk und Perleberg und einigen Stadtverwaltungen des Bezirkes Kyritz. Der westlichste Teil gehörte ursprünglich zu Mecklenburg-Vorpommern und wurde am 1. August 1992 ein Teil Brandenburgs. In früheren Zeiten war die Prignitz das Grenzgebiet zwischen Brandenburg und Mecklenburg. Es wurde von den Deutschen nach dem Ersten Kreuzzug besiedelt, besonders von jenen aus der Bremer Gegend. In den folgenden Dekaden nahmen die Besiedlungen zu. Noch heute wird auf den Dörfern gelegentlich Plattdeutsch gesprochen. Seit dem Mauerfall verliert die Prignitz zunehmend an Einwohnern durch Wegzug in die Großstädte. Mittlerweile zählt der Landstrich zu den am dünnsten besiedelten Deutschlands.

In der Woche, in der ich „oben“ war, wie ich immer sage, habe ich ein paar schöne Ausflüge mit dem Rad gemacht. Das Wetter spielte allerdings nicht immer mit und letztendlich ging es nur mit dem Auto voran. Besonders sehenswert sind Wittstock mit seinem historischen Stadtkern, Rheinsberg mit seinem Schloss und Lindow (Mark) mit seinem Zisterzienser Kloster. Es gibt in der Prignitz recht viele Kloster, teils gut erhalten, teils verfallen, teils wieder im Aufbau. Sie sind einen Besuch wert, wenn man alte Gebäude mag.

Es war gerade Pilzzeit, als ich in der Prignitz war, und in den Wäldern schossen die Pilze nur so aus dem Boden.