ベルリンの花見
Mitte April fand in Berlin-Marzahn in den Gärten der Welt das Kirschblütenfest statt. Da ich in Japan das Blühen der Kirschblüten (桜 – sakura) schon erleben durfte, allerdings nicht im Kimono oder Yukata hingegangen war, obwohl ich mir dort einen Kimono gekauft hatte, wollte ich es unbedingt wenigstens einmal in Deutschland schaffen, mir ein „hanami“ im Kimono anzusehen. Ja, authentisch ist es natürlich nur im Ursprungsland, aber das war mir egal. Die Kirschblüten hier sind genauso schön.
Mit meiner besten Freundin, die genauso japanbegeistert ist, fuhr ich also nach Berlin, kam in einer recht hübschen Pension unter und konnte mir am Samstag vor dem Fest noch ein bisschen Berlin ansehen, wann komme ich schon dazu?
Das Wetter am Sonntag versprach zuerst nichts Gutes. Dunkle Wolken und kalte Temperaturen ließen mich überlegen, ob ich mir meinen Kimono wirklich anziehen sollte. Allerdings vertraute ich dann auf die Wettervorhersage. Am Ende wurde es sehr warm und sonnig und ich bereute es nicht, mich wie eine Japanerin angezogen zu haben. Ich habe so einige junge Leute in den Gärten der Welt in angeblichen Kimono und Yukata herumlaufen sehen, aber so ganz echt sahen die nicht aus und viele hatten sich nicht mal richtig Mühe gegeben, ihn ordentlich oder richtig anzuziehen. Ich will damit nicht sagen, dass jeder nach Japan fahren soll, um sich einen echten Kimono zu kaufen. Es gibt hier auch in den Großstädten Geschäfte, wo man sich einen kaufen kann, aber die sind dann doch von minderer Qualität. Und ich meine, wenn man sich schon so was anzieht, dann bitte mit Stil und Hingabe.
Jedenfalls heißt das Kirschblütenfest „Hanami”, „Beotkkot Chukje”, „Shang Mei”, je nachdem ob man sich in Japan, Korea oder China befindet. Der Japanische, Chinesische und Koreanische Garten feierte an diesem Wochenende das Fest und demzufolge gab es auf einer Festwiese auch ein kleines Bühnenprogramm. Es kamen recht viele Leute, um es sich anzusehen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich an diesem Tag auch so viel Aufmerksamkeit auf mich ziehen würde. So manche Leute waren freundlich und fragten, ob sie ein Bild mit mir machen könnten, andere haben mich heimlich von hinten geknipst.
In den asiatischen Ländern wird die Kirschblüte als Symbol für Aufbruch, Vergänglichkeit und die zerbrechliche weibliche Schönheit gefeiert. Nach längerem Reifen und nur kurzer Zeit des Erblühens fällt die Blüte im Moment vollendeter Schönheit. Die Sakura gibt damit Samurai und der Literatur ein Beispiel für einen würdigen, jungen Tod. Sie blüht in Japan je nach Gegend von Ende März bis Anfang Mai und dauert etwa zehn Tage an. Hanami bezieht sich nicht nur auf die Kirschblüte, sondern auch auf die Pflaumen- und Pfirsichblüte, die noch vor der Kirsche blühen. Seit der Nara-Zeit (710-784) wird dieses Fest in Japan begangen, schriftliche Nachweise stammen aus der Heian-Zeit (794-1185).


