在ドイツ日本国大使館
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufmürbend es für mich war, als ich mich gestern zur Japanischen Botschaft aufgemacht habe, um mein Visum zu beantragen. Ich bin meinem Vater sehr dankbar, dass er mich hingefahren hat. Vom Hauptbahnhof zur Botschaft zu kommen, wäre für mich als Nicht-Berlinerin ziemlich kompliziert geworden. Wahrscheinlich hätte ich mich erstmal mit dem U-Bahn- oder Busnetz auseinandersetzen müssen.
Da die Öffnungszeiten der Botschaft von 9.00 – 12.15 Uhr, 14.00 – 16.30 Uhr sind, und wir am Nachmittag noch Verwandte besuchen wollten, die in Berlin wohnen, sind wir schon 8.30 Uhr los. Wir haben mit dem Stadtplan problemlos hingefunden und waren etwa 11 Uhr da. Am Eingang meldet man sich dann an und wird von einer netten Dame oder einem netten Herrn durch die Drehtür durchgelassen. Dann stellt man seine Tasche in einem Raum auf ein Förderband, das dann in einem Kontrollgerät verschwindet und die Tasche auf gefährliche Gegenstände überprüft. Wie auf dem Flughafen. Sicherheit geht ja vor. Dort steht auch so ein Kontrolldurchgang, durch den man hindurchgeht, und wenn man was Metallisches an sich hat, dann piept es. Wir waren aber sauber. ^^
Man betritt dann die Botschaft und läuft bis nach hinten, wo drei Schalter wie auf einem Bahnhof sind. Ich war nicht die Einzige im Aufenthaltsraum, der sich davor befindet. Zwei andere Mädchen waren gerade dabei Formulare auszufüllen. Ich hab’ dann geklingelt und herbei rauschte eine kleine Japanerin, die sich mit mir durch die Sicherheitsscheibe unterhielt. Sie fragte mich, was ich möchte und wie lange ich vorhabe in Japan zu bleiben. Als ich ihr dann sagte, dass ich als Aupair nach Japan gehen möchte, sagte sie mir gleich, dass das nicht in Japan geht. Dass das Aupairsystem dort nicht bekannt sei. Das war mir schon durch meine Gastmutter bekannt, dennoch lief es mir eiskalt den Rücken runter. War das die Absage, die ich befürchtet hatte? Ich erklärte der Frau, dass schon eine Bekannte von mir drüben sei und als Aupair arbeitete, und fragte mich selbst in dem Moment, wie sie es angestellt hatte, ein Visum zu bekommen.
Man sagte mir, ich solle mich erstmal setzen und auf die deutsche Kollegin warten. Endlose 15min vergingen, bis mich eine ältere Dame aufrief. Dieser erklärte ich das Gleiche nochmal und auch sie machte ein ‘Nein-als-Aupair-kann-ich-Sie-nicht-nach-Japan-lassen’-Gesicht. Mir war echt schlecht. Immerhin wollte ich ja nach Japan, völlig egal als was. Dann dämmerte es mir, dass es wahrscheinlich für andere Länder sogenannte Aupairvisa geben muss, nur für Japan nicht. Die Leute hatten mich alle falsch verstanden. Ich wollte doch ein Working Holiday Visum (Ferienaufenthaltsvisum). Das machte ich der Dame dann klar und sie meinte, ich müsse dann alles von den schon von mir ausgefüllten Formulare nochmal neu eintragen, weil ich überall „Aupair“ hingeschrieben hatte. Also setzte ich mich hin und füllte das Antragsformular und den Lebenslauf nochmal neu aus. Quälende 20min lang. Ich wollte immerhin alles richtig aufschreiben. Als ich alles fertig hatte, klingelte ich die Japanerin herbei und gab ihr die Formblätter. Sekunden, nachdem ich mich wieder hingesetzt hatte, kam sie wieder und fragte, ob ich denn nicht noch die anderen Dinge dabei hätte. Den Reisepass usw. und ob ich denn auch 2100 Euro Eigenkapital hätte.
‘Wie bitte?’, dachte ich mir. ‘Hatte man mir denn nicht 2000 Euro gesagt?’ Zum Glück hatte ich mehr gespart und auf der Kopie stand das auch so drauf. Also, alles abgegeben und weitere 20min gebangt und gewartet, dass alle Kopien und Formulare okay seien. Ich glaub’ ich war kreidebleich. Ich konnte mich nicht mal mit meinem Vater unterhalten, der nebenbei Werbebroschüren durchgelesen hatte. Nach 20min kam die ältere Frau wieder an den Schalter und ich sprintete zu ihr, in der Hoffnung eine gute Antwort zu erhalten. Ich hab’ sie wohl wie ‘ne Irre angesehen, als sie sagte, die Formulare seien in Ordnung und dass sie es in drei Tagen bearbeitet haben würden. Ich wollte sie knutschen.
Ich habe ihr dann auch gesagt, dass ich es gerne per Post zugesandt haben möchte, worauf dann natürlich, die von mir nicht bedachte Tatsache kam, dass das ja nur als Einschreiben geht, weil immerhin der Personalausweis mit dem Visum zurückgeschickt wird. Dabei hatte ich nun extra schon Briefmarken und Briefumschläge gekauft. Aber das Einschreiben hab’ ich dann später gleich auf einer Berliner Post erledigt. So haben die das wohl schon heute zugesandt bekommen und ich erwarte ab Donnerstag Post. Wenn ich dann das Visum in Händen halte, dreh’ ich wohl durch.
P.S. Ich danke dir Papa, dass du an diesem Tag so viel Geduld mit mir hattest.