浅草と秋葉原
Ich bin gut im Hostel eingezogen, wo ich ein Zimmer mit meiner Bekannten bewohne. Mit Ohrstöpseln – weil die Wände so dünn sind – schläft es sich auch sehr gut in den Betten. Bis zum Hibarigaoka-Bahnhof läuft man etwa 15min und wenn man dann dort die richtige Fahrkarte gekauft hat oder eine aufladbare Geldkarte zum Zugfahren besitzt, macht es Spaß quer durch Tokyo zu fahren. Menschenkino ist doch was Feines. Dann gibt es auch überall die Beschallung durch Lautsprecher. Immer wieder wird irgendwas angekündigt, dass die Türen schließen oder öffnen, wie die nächste Haltestelle heißt und wie lange die Zugtüren noch offen stehen. Nach einer Weile kann es nerven. Aber vielleicht ist das ja wichtig für Blinde?
Gestern war ich jedenfalls in dem Viertel Asakusa. Wir sind nur 10min vom Sensō-ji entfernt, dem ältesten buddhistischen Tempel Tokyos, aus der U-Bahn herausgekommen. Natürlich musste ich mir den ansehen. Ich finde solche Tempel sehr faszinierend. Es waren auch viele andere Besucher da. Was anderes ist auch gar nicht zu erwarten. Meine Kamera habe ich auch gleich ausgetestet und sie hat wirklich super Bilder gemacht.
Wir sind durch die Gegend spaziert, in unzählige Läden reingegangen, haben Gassen erkundet, wo man sehr kleine und kuriose Geschäfte findet, waren etwas essen, und sind dann zum Abendessen wieder im Gasthaus gewesen. Später haben wir dann noch unser Wohnviertel erkundet, weil auch meine Bekannte erst seit wenigen Tagen hier wohnt, und wir haben einen tollen Supermarkt gefunden, wo man auch Bentō kaufen kann. Große Bentō (Essen zum Mitnehmen). So sieht ein Bentō aus.
Die kleinen Läden hatten immer nur kleine Schachteln und davon werde ich doch nicht satt. Die, die mich kennen, wissen, dass mein Magen ein schwarzes Loch ist. ^^
Mit den netten Zirpen von nebenan sind wir dann abends eingeschlafen.
Am Samstag sind wir etwas später aufgestanden. Ich muss sagen, ich habe überhaupt kein Jetlag. Den bis jetzt zu Deutschland bestehenden 7-stündigen Zeitunterschied vertrage ich sehr gut. Wenn ihr dann alle die Uhr Ende Oktober zurückstellen müsst, sind es 8 Stunden Unterschied. Ziemlich viel. In Japan gibt es nur Winterzeit. Ich schick aber jedenfalls immer meine Sonne zu euch rüber. ^^
Wir sind nach dem Frühstück nach Akihabara gefahren. Das ist das Elektronikviertel in Tokyo. Ich kann nur sagen, das war die absolut genialste Reizüberflutung, die ich je hatte. Hier laufen Mädchen in schwarzweißen Uniformen herum – kurzer Rock/Kleid, Overknees (Überkniestrümpfe) mit Rüschen, Lackschuhen, Schleifchen im Haar – und verschenken Zettel mit Einladungen für ihre Cafés, in denen sie die Leute bedienen. Für jene, die das nicht kennen, man nennt sowas „Maidcafé“ und selbst ich fand die Mädels süß. Dann gibt es nicht nur sie sondern auch andere, die ständig Werbezettel verschenken, und Leute, die in Megaphons ihre Werbeslogans und Verkaufsangebote für Elektronikware etc. rufen. Überall laufen also ziemlich kunterbunte und schrille Leute herum. Ich habe mich richtig wohl gefühlt. Sowas kann man
sich in Deutschland gar nicht vorstellen und dennoch fände ich es cool, wenn die Leute ungezwungener wären und einen Kompromiss allgemein mit Kleidung eingehen würden. Hier schert sich keiner darum, wenn einer mit grünen Haaren, in einem Kostüm oder anderer schriller Kleidung herumläuft. Es ist einfach normal.
Mittendrin im Gewühl fanden wir einen Tempel, der eine kleine grüne Oase in dem Trubel bot. Er war weitere Fotos wert. Wir fanden auch einen Laden, der europäische Artikel wie Milka Schokolade, Bockwürste und Hagebuttentee verkauft.
Am Abend war ich echt kaputt und habe nur noch hier reingeschrieben, um danach ins Bett zu fallen.