Tag-Archiv | Onsen

Solebad und Karneval

温泉と謝肉祭

Es sind schon wieder ein paar Wochen vergangen, dass ich hier geschrieben habe, aber ich habe auch was zu Erzählen.

Ich war vor einer Woche in der Kur- und Erholungsstadt Bad Frankenhausen, die im Kyffhäusergebirge liegt und nur eine knappe Autostunde entfernt von mir ist. Aufgrund meiner guten Erfahrungen mit Onsen in Japan wollte ich zu gern wieder in einer Thermalquelle baden gehen, auch wenn in Deutschland niemals das Niveau erreicht werden wird, das Japan mit seiner Badekultur hat. Das Solebad in Bad Frankenhausen ist erst ein knappes halbes Jahr alt und stach die anderen Bäder, die ich in die engere Wahl gezogen hatte, aus. Es sollte auch nicht so weit weg sein.
Die Kyffhäuser-Therme, wie das Bad genannt wird, war sehr schön. Sie bietet sogar ein Dampfbad, was ich besonders mag. Allerdings gibt es auch eine Ringelrutsche und ein Becken für Kinder, sodass diese Therme für Jung und Alt ausgerichtet ist. Der Preis konnte sich auch sehen lassen. Nur 7,50 € für Erwachsene und Studentenrabatt. Im Badebereich gab es drei Innenbecken mit verschiedenem Salzgehalt, ein Außenbecken, einen Strömungskanal und Rückendüsen in jedem Becken. Was mir nur nicht so recht gefiel, war die Verpflegungsmöglichkeit, aber das ist wohl ansichtssache.

So, und dieses Wochenende war ich bei meiner besten Freundin im Vogtland und bin dort mit ihr und ihrer Clique zum Fasching gegangen. Ich hatte mich als Katze verkleidet und wir hatten eigentlich viel Spaß, wenn nur nicht die Musik nach dem Einführungsprogramm Oldies gespielt hätte. Aber allein das Zusammensein hat mir gefallen und wir haben trotzdem zu der mir nicht so gefallenden Musik getanzt.  Mein letzter Fasching war 2007 und davor war es zu meiner Kindergartenzeit. Ich bin nicht so der Faschinggeher, aber diesmal wollte ich die Gelegenheit nutzen mit Freunden zu gehen.

Ach, und nebenbei gesagt, wurde mein Antrag für die BA-Arbeit genehmigt und ich kann jetzt beginnen meine Abschlussarbeit zu schreiben. 15 Monate habe ich darauf hingearbeitet. Erst die Erwerbung der restlichen Scheine, dann die Umschreibung und schließlich die Ausarbeitung des BA-Themas. Ich bin so froh, dass das jetzt endlich in Sack und Tüten ist.

Izu

 

伊豆

Von Sonntag bis Dienstag bin ich mit meiner Gastfamilie hinunter auf die Halbinsel Izu gefahren. Izu ist genauso wie Hakone für seine Onsen bekannt und auch dieser Ausflug sollte viel mit Baden zu tun haben. Die Izu-Halbinsel befindet sich südwestlich von Tokyo zu Füßen des Fujisan und ist ein großes Erholungsgebiet wegen ihrer Onsen und den guten Tauchplätzen. Bekannt ist Izu als wichtigster Wasabi-Produzent Japans. Man kann hier sogar Eis mit Wasabi-Geschmack kaufen. Probiert habe ich es aber nicht.

Am Sonntagmorgen sind wir gegen elf Uhr mit dem Auto los Richtung Süden. Das Wetter war so klar, dass wir schon von Yokohama den Fujisan sehen konnten. Wir machten für das Mittagessen einen kleinen Stopp an einem Schnellrestaurant und dann ging es weiter. Bald tauchte auf der rechten Seite das Meer auf und verschwand auch gleich wieder, weil die Izu-Halbinsel aus vielen Hügeln besteht. Die Landschaft ist wirklich unbeschreiblich schön hier. Für Fans des Films „Shogun“: Hier wurde viel für den Film gedreht! Tja, und ich hab es gesehen. ^^

Ungefähr drei Stunden brauchten wir bis Izu (2004 aus dem Zusammenschluss der Dörfer Toi, Amagiyugashima, Nakaizu Wandschrankund Shuzenji gegründet) und bezogen dort unser Hotel im Ortsteil Toi. Wie in vielen Hotels, die Onsen haben, sind die Zimmer alle traditionell japanisch. Das bedeutet man öffnet die Tür und kommt in einen kleinen Flur, zieht hier die Schuhe aus, geht über eine Stufe und betritt den Wohnraum, der aus Tatamimatten besteht. Wir hatten auch einen Balkon und neben der Eingangstür befand sich ein Waschraum und die Toilette. Im Wohnraum befand sich im eingebauten Wandschrank alles, was wir zum Schlafen brauchten, Futon, Decken und Matratzen. Wenn man das alles rausgeräumt hatte, war soviel Platz, dass man einen Erwachsenen darin hätte verstecken können. Ich muss zugeben, ich habe darin mit Felix Verstecken gespielt.

Natürlich bin ich noch am ersten Tag vor dem Abendessen mit meiner Gastmutter ins Onsen gegangen. Das wollten wir uns nicht nehmen lassen. Sowieso besteht ein Hotelbesuch in Izu meistens nur daraus zu entspannen, zu baden, die Gegend zu entdecken, wieder zu baden und gaaaanz viel zu essen.
Diesmal hatten wir kein privates Onsen wie in Hakone, sondern nur ein öffentliches, geschlechtergetrenntes Bad. Auch hier zieht man vor Betreten des Bades die Hausschuhe aus (diese bekommt man vom Hotel), dann geht man in den großen Umkleideraum (keine Einzelkabinen), wo in unserem Fall auf der rechten Seite Frisiertische mit Spiegeln standen und links ganz viele Körbe mit Nummern, worin man seine Kleidung gelegt hat. Man kann hier getrost alles unbeaufsichtigt zurücklassen. In Japan stiehlt niemand. Jeder nimmt Rücksicht auf den anderen. Japan, ich liebe dich!

Also, man zieht sich aus und geht dann ins Bad hinein. Bei uns befand sich das Badebecken mit den Waschplätzen in einer Halle. Vor dem Baden seift man sich gründlich ein und wäscht alles gut ab. Danach kommt der Härtetest, wieSonnenuntergang lange man 42-44°C warmes Wasser aushält. Ich habe es immer 10min ausgehalten, dann eine kleine Pause gemacht und wieder rein ins Wasser. Es ist ja so entspannend und vom Becken konnten wir den Sonnenuntergang beobachten. Es war so schön. Es gab auch ein Außenbecken (ein rotenburo 露天風呂). Da wird dann der Kopf kalt und die Hände dampfen durch die Hitze des Wassers. Selbst Japaner bleiben nicht länger als 10-15min im Wasser (zumindest Frauen). Ich hab beim zweiten Baden vielleicht ein wenig übertrieben. Ich hab dann schon Sterne gesehen. ^^ Es ist aber auch so schön und wenn man dann gleich zum superlecker hergerichteten Abendessen geht, ist man so richtig entspannt.

Das Abendessen war aber auch super! Natürlich Fisch in allen Varianten, aber auch Skampi, Hummer, Tintenfisch, Qualle usw., was vielleicht so manchen Deutschen abschreckt zu essen. Ich habe aber auch alles probiert. Qualle schmeckt nach nichts. Isst man es mit Sojasoße schmeckt es natürlich danach. Tintenfisch ist mir zu fischig gewesen. Hummer war einmalig lecker und Skampi auch.
Nach dem Abendessen nochmal baden und dann ins Bett, das während des Abendessens vom Hotelpersonal hergerichtet wurde. Alle schlafen in einem Raum. Mit Ohrstöpseln erträgt man dann auch das Weinen der Gastkinder, wenn sie nachts aufwachen.

Drei Tage habe ich das alles genossen.
Baden, baden, baden. Ich glaube, ich war sechsmal baden an diesen drei Tagen, als wir dort waren. Danach war ich rot wie ein Hummer, aber alle meine Rückenschmerzen waren weg. Außerdem ist das Wasser sehr gut für Leute mit Hautproblemen, Verspannungen und Entzündungen, da Natrium, Magnesium, Kalium, Chlorid, Brom und andere Sulfate darin enthalten sind.
Natürlich sind wir auch den Ort erkunden gegangen. In Toi befindet sich zum Beispiel die weltgrößte Blumenuhr und ein Museum über die Zeit der Goldsuche in Toi. Dort kann man eine Mine besichtigen. Wir haben sie uns angesehen.

Alles in allem war Izu wunderschön! Wahrscheinlich war das jetzt aber unser letzter Ausflug in ein Onsen. Es war immerhin sehr teuer.

 

Hakone

箱根

Vom Donnerstag zum Freitag bin ich mit meiner Gastfamilie nach Hakone gefahren. Dieser Ort, der bekannt für seine Onsen (öffentliche heiße Bäder) und seine Nähe zum Berg Fuji ist, befindet sich nur eine Autostunde entfernt von Yokohama. Das Wetter war wolkig und sonnig und ich habe den Fuji nur leicht verhüllt gesehen. Das war sehr aufregend! Wir haben in Hakone in einem kleinen Gasthaus gewohnt, wo wir ein traditionelles Zimmer bezogen haben, in dem wir dann auch letztendlich alle zusammen auf Futons geschlafen haben. An unser Zimmer grenzte draußen ein kleines privates, heißes Becken, aber es bestand auch die Möglichkeit in die öffentlichen Bäder zu gehen. Ich habe aber das private bevorzugt. Schwierig an der Sache war, dass es draußen lag, und man sich vor dem Baden gut waschen musste. Ich möchte dabei anmerken, dass man dabei bei 10°C Außentemperatur auf einem kleinen Holzschemel sitzen, sich einseifen und dann abspülen musste. Wenn man dann blaue Zehen bekommen hatte, konnte man sich im 42°C warmen Badewasser wieder aufwärmen. ;-)

Das Abendessen und Frühstück am nächsten Tag war natürlich auch traditionell, wobei ich sagen muss, dass es wirklich gewöhnungsbedürftig ist, gleich am Morgen Fisch zu essen. Es war aber dennoch sehr lecker und reichlich und wir sind pappesatt abgereist. In der Umgebung haben wir uns dann noch den Hakone-Schrein am Ashi-See angesehen, welcher mit Schiffen befahrbar ist und eine wunderschöne Natur aufweist, die sich jetzt in allen bunten Farben zeigt.