シンガポール
Sicher wundert ihr euch gerade, was diese seltsame Überschrift bedeuten soll. Singapur? Wie komme ich denn darauf? Nun, das ist ganz einfach. Ich werde nämlich in genau 16 Tagen mit meiner Gastfamilie nach Singapur auswandern.
Wie das kommt? Also, da muss ich ein wenig ausschweifen.
Bevor ich nach Japan gekommen bin, stand ich in sehr regem Emailkontakt mit meinen Gasteltern Azusa und Christoph (ist ja logisch, ich wollte ja alles über sie wissen und umgekehrt). Dabei verdeutlichten sie mir ausdrücklich, dass Christoph seinen Job im Februar verlieren wird, weil Stellen gekürzt werden. Ich dachte mir dabei nur, dass sie mich trotz Jobproblemen hoffentlich haben wollen und ich im Notfall dann auch ein Gasthaus aufsuchen würde, wenn sie mich nicht mehr bezahlen könnten.
Am Abend des 25. Novembers trat dann etwas sehr Unerwartetes ein. Mein Gastvater rief mich zu einer kleinen Besprechung ins Wohnzimmer und eröffnete mir dann, dass er keinen Job in Japan gefunden hat. Er hatte dafür zwei Jobangebote aus London und Singapur erhalten. Natürlich war meine Überraschung groß und ich hatte Sorge, dass ich nun ausziehen muss. Jedoch kam dann die Frage, ob ich denn nicht Lust hätte mit ihnen nach Singapur zu kommen. Ich war erstmal wie vor den Kopf gestoßen. Dann dämmerte es mir, dass sie wohl sehr zufrieden mit mir sein müssen, dass sie mich mit nach Singapur nehmen möchten. Ich habe glatt Ja gesagt.
Das Jobangebot aus London hat Christoph ausgeschlagen, weil er schon einmal für zwei Jahre in London gelebt und gearbeitet hat und es ihm nicht gefallen hat. Meine Gasteltern sind nämlich schon ganz schön oft umgezogen. Nun haben sie aber die Kinder und sie sind froh, dass ich zugesagt habe, sodass es für die Kleinen nicht so schwer wird von Japan Abschied zu nehmen, weil drei Erwachsene mitkommen, die sie kennen und mögen. In meiner Gastfamilie bin ich für die Kinder nämlich schon die O-neesan (お姉さん– ältere Schwester).
Von Singapur wusste ich zugegebenermaßen gar nichts. Ich habe dann erstmal viele Informationen von diesem Stadtstaat gelesen und festgestellt, dass Japaner allgemein eine hohe Meinung von ihr haben. Sie soll sehr sauber, geordnet und kontrolliert sein. Ich verweise dabei nur mal auf die Strafen, die es auf das Kaugummispucken gibt. Allerdings ist Singapur auch ein multikultureller Stadt, sodass viele verschiedene Menschen auf engem Raum leben. Hauptsächlich Inder, Englisch Sprechende (oft England, USA, Australien), Malayen und Chinesen.
Mal davon abgesehen, liegt Singapur am Äquator. Es wird also eine sehr große Umstellung mit dem Wetter geben. Im Moment haben wir hier nämlich 6°C im Durchschnitt, während in Singapur tropische Hitze von 28°C und mehr herrscht. Dann haben wir uns alle natürlich über die Impfungen informiert und auch über die Dinge, die mir mitbringen dürfen. Leider ist Nahrung verboten. Darum esse ich jetzt alle meine Süßigkeiten auf. 
Ich schreibe erst jetzt, dass ich nach Singapur gehe, weil mir vorher noch so einige Behördengänge bevorstanden, das Flugticket nicht gekauft war, überhaupt alles in der Schwebe hing und ich niemanden hibbelig machen wollte, wenn noch nicht alles 100% in Butter ist.
So, aber nun ist alles fast fertig.
- Der Umzug steht Ende Januar bevor. Es wird eine Firma kommen und alle Möbel aus dem Haus räumen, die dann auf einem Schiff in Container verladen werden.
- Ich musste mir in der Deutschen Botschaft in Tokyo einen neuen Reisepass ausstellen lassen, da man nach Singapur nur mit einem Pass einreisen darf, der weitere 6 Monate gültig ist. Meiner wäre im April abgelaufen und Singapur war nicht eingeplant. Aber es kommt immer alles anders als man denkt, ne? ^^
- Dann gab es da noch die Alien Registration Card (ARC), die ich nach 3 Monaten beantragen musste. Damit ist man dann offiziell als Ausländer in Japan vermerkt.
- Dann habe ich wegen Weihnachten eine Woche länger auf den Pass warten müssen, obwohl ich einen Expresszuschlag für eine Bearbeitungszeit von nur 2 Wochen bezahlt hatte. Aber eigentlich habe ich damit gerechnet. Deutschland macht eben Ferien, sobald Weihnachten in der Luft liegt. *den Kopf schüttelt* Dabei hatte ich den Pass am 03.12. bestellt.
- Und dann war da noch das Umschreiben meines alten Passes auf den neuen. Dazu musste ich in das Immigrationsbüro in Yokohama. Nun steht auch in meinem neuen Pass, dass ich legal mit einem Visum eingereist bin.
Und das Geniale daran ist, meine Gasteltern haben mir nicht nur 80% des neuen Reisepasses bezahlt, sondern sie bezahlen mir sogar das Rückflugticket nach Japan im März. Denn: Mein Rückflugticket nach Deutschland gilt von Tokyo-Narita und eine Umbuchung hätte mich 100 Euro gekostet. Ich bleibe dann noch 2 Wochen in Tokyo in einem Gasthaus und werde dann mit x-tausend Eindrücken wieder nach Hause fliegen.
Klingt alles sehr aufregend, ne? ^^