Tag-Archiv | Urlaub

Semesterferien

期末休暇

Ja, ich weiß, ich habe mich lange nicht mehr gemeldet, aber es sind noch immer Semesterferien (17.07. – 03.10.2010) und da war ich einfach zu beschäftigt, um Einträge in meinem Blog zu hinterlassen. Ich war außerdem dreimal im Urlaub und habe zwischendurch noch andere Unternehmungen gemacht. In den folgenden Tagen werde ich meine ganzen Ausflüge hier dokumentieren. Es wird also wieder was zu lesen geben. Hier eine kleine Liste, über was ich schreiben werde:

  1. Landesgartenschau in Aschersleben
  2. Rappbodetalsperre im Harz
  3. Urlaub im Spreewald
  4. Urlaub in der Prignitz
  5. Urlaub an der Ostsee

Bintan Island

ビンタン島

Ich bin seit gestern wieder aus dem dreitägigen Urlaub mit meiner Gastfamilie zurück. Wir waren auf Bintan, einer indonesischen Insel, die sich 40km südlich von Singapur befindet. Christoph hatte für uns zwei Zimmer im Bintan Lagoon Resort gebucht. Am Mittwochmittag sind wir mit der Fähre dorthin gefahren. Die Überfahrt dauerte nur 50min, war aber aufgrund des hohen Seegangs nichts für schwache Mägen. Selbst mir war etwas mulmig. Im Fährenterminal Tanah Merah im Osten Singapurs ging es zu wie auf dem Flughafen. Wir mussten durch eine Sicherheitskontrolle und unser Gepäck überprüfen lassen. Außerdem gab es ein paar Formalitäten auszufüllen, da wir die Landesgrenze überschritten. In Bintan angekommen, reihten wir uns in die lange Schlange, die sich ein Visa-on-Arrival kaufen musste. Es gewährt einen 30-tägigen Aufenthalt im Land und kann nicht verlängert werden. Es kostete 25 US$ (~18,50€). Früher hat es mal 10 US$ für einen 7-Tage-Aufenthalt gekostet, aber die Bestimmungen haben sich geändert. Ich bekam einen Visaaufkleber in meinen Pass und dann ging es zur Gepäckstelle. Als wir alles beisammen hatten, verließen wir das Gebäude und wurden von einem Reisebus zu unserem Hotel gefahren. Das Bintan Lagoon Resort ist eins von mehreren seiner Art im Norden der Insel. Indonesien hat diesen Teil an Singapur verpachtet, damit es ein Resort daraus machen konnte. Ich fand es überwältigend groß. Es wird durchzogen von Golfplätzen und Abenteuerspielplätzen, Seen und großen Mangrovenwäldern. Ich habe sogar ein paar freilebende Affen gesehen.

Im Hotel angekommen, holten wir unsere Schlüssel und bezogen unsere Zimmer. Ich teilte mir mit Amelie eins und wir hatten genügend Platz für uns beide. Zwar hatten wir keinen Blick aufs Meer (das hätte mehr gekostet), aber wir waren sowieso meistens draußen als im Zimmer. Das Hotel war in einen West- und Ostflügel unterteilt und in der Mitte befanden sich die Lobby und die Restaurants. Zum Strand waren es etwa 5min und da wir leider sehr hohen Seegang hatten und rote Fahnen Badeverbot geboten, waren wir oft in unserem riesigen Pool.

Wenn die Kinder abends dann im Bett waren, bin ich mit Christoph Billiard oder Tischtennis spielen gegangen. Wir waren auch einmal beim Bogenschießen und nach 7 Jahren hatte ich zum Glück nichts verlernt.

Der Donnerstag war leider sehr verregnet, darum haben wir nicht so viel machen können, als im Freizeitcenter um die Ecke Tischtennis zu spielen oder die Kinder im Kids Club abzugeben. Am Abend kam jedoch die Sonne mal heraus.

Der Freitag sah nicht anders aus. Es tropfte oft genug, dass man selten draußen war. Ich glaube, das lag am Monsun. Es war immer noch sehr windig.

Alles im allem hat es mir aber sehr gefallen und ich habe mich sehr gefreut, dass mich meine Gastfamilie mitgenommen hat! Die Bilder sprechen alle für sich.

Izu

 

伊豆

Von Sonntag bis Dienstag bin ich mit meiner Gastfamilie hinunter auf die Halbinsel Izu gefahren. Izu ist genauso wie Hakone für seine Onsen bekannt und auch dieser Ausflug sollte viel mit Baden zu tun haben. Die Izu-Halbinsel befindet sich südwestlich von Tokyo zu Füßen des Fujisan und ist ein großes Erholungsgebiet wegen ihrer Onsen und den guten Tauchplätzen. Bekannt ist Izu als wichtigster Wasabi-Produzent Japans. Man kann hier sogar Eis mit Wasabi-Geschmack kaufen. Probiert habe ich es aber nicht.

Am Sonntagmorgen sind wir gegen elf Uhr mit dem Auto los Richtung Süden. Das Wetter war so klar, dass wir schon von Yokohama den Fujisan sehen konnten. Wir machten für das Mittagessen einen kleinen Stopp an einem Schnellrestaurant und dann ging es weiter. Bald tauchte auf der rechten Seite das Meer auf und verschwand auch gleich wieder, weil die Izu-Halbinsel aus vielen Hügeln besteht. Die Landschaft ist wirklich unbeschreiblich schön hier. Für Fans des Films „Shogun“: Hier wurde viel für den Film gedreht! Tja, und ich hab es gesehen. ^^

Ungefähr drei Stunden brauchten wir bis Izu (2004 aus dem Zusammenschluss der Dörfer Toi, Amagiyugashima, Nakaizu Wandschrankund Shuzenji gegründet) und bezogen dort unser Hotel im Ortsteil Toi. Wie in vielen Hotels, die Onsen haben, sind die Zimmer alle traditionell japanisch. Das bedeutet man öffnet die Tür und kommt in einen kleinen Flur, zieht hier die Schuhe aus, geht über eine Stufe und betritt den Wohnraum, der aus Tatamimatten besteht. Wir hatten auch einen Balkon und neben der Eingangstür befand sich ein Waschraum und die Toilette. Im Wohnraum befand sich im eingebauten Wandschrank alles, was wir zum Schlafen brauchten, Futon, Decken und Matratzen. Wenn man das alles rausgeräumt hatte, war soviel Platz, dass man einen Erwachsenen darin hätte verstecken können. Ich muss zugeben, ich habe darin mit Felix Verstecken gespielt.

Natürlich bin ich noch am ersten Tag vor dem Abendessen mit meiner Gastmutter ins Onsen gegangen. Das wollten wir uns nicht nehmen lassen. Sowieso besteht ein Hotelbesuch in Izu meistens nur daraus zu entspannen, zu baden, die Gegend zu entdecken, wieder zu baden und gaaaanz viel zu essen.
Diesmal hatten wir kein privates Onsen wie in Hakone, sondern nur ein öffentliches, geschlechtergetrenntes Bad. Auch hier zieht man vor Betreten des Bades die Hausschuhe aus (diese bekommt man vom Hotel), dann geht man in den großen Umkleideraum (keine Einzelkabinen), wo in unserem Fall auf der rechten Seite Frisiertische mit Spiegeln standen und links ganz viele Körbe mit Nummern, worin man seine Kleidung gelegt hat. Man kann hier getrost alles unbeaufsichtigt zurücklassen. In Japan stiehlt niemand. Jeder nimmt Rücksicht auf den anderen. Japan, ich liebe dich!

Also, man zieht sich aus und geht dann ins Bad hinein. Bei uns befand sich das Badebecken mit den Waschplätzen in einer Halle. Vor dem Baden seift man sich gründlich ein und wäscht alles gut ab. Danach kommt der Härtetest, wieSonnenuntergang lange man 42-44°C warmes Wasser aushält. Ich habe es immer 10min ausgehalten, dann eine kleine Pause gemacht und wieder rein ins Wasser. Es ist ja so entspannend und vom Becken konnten wir den Sonnenuntergang beobachten. Es war so schön. Es gab auch ein Außenbecken (ein rotenburo 露天風呂). Da wird dann der Kopf kalt und die Hände dampfen durch die Hitze des Wassers. Selbst Japaner bleiben nicht länger als 10-15min im Wasser (zumindest Frauen). Ich hab beim zweiten Baden vielleicht ein wenig übertrieben. Ich hab dann schon Sterne gesehen. ^^ Es ist aber auch so schön und wenn man dann gleich zum superlecker hergerichteten Abendessen geht, ist man so richtig entspannt.

Das Abendessen war aber auch super! Natürlich Fisch in allen Varianten, aber auch Skampi, Hummer, Tintenfisch, Qualle usw., was vielleicht so manchen Deutschen abschreckt zu essen. Ich habe aber auch alles probiert. Qualle schmeckt nach nichts. Isst man es mit Sojasoße schmeckt es natürlich danach. Tintenfisch ist mir zu fischig gewesen. Hummer war einmalig lecker und Skampi auch.
Nach dem Abendessen nochmal baden und dann ins Bett, das während des Abendessens vom Hotelpersonal hergerichtet wurde. Alle schlafen in einem Raum. Mit Ohrstöpseln erträgt man dann auch das Weinen der Gastkinder, wenn sie nachts aufwachen.

Drei Tage habe ich das alles genossen.
Baden, baden, baden. Ich glaube, ich war sechsmal baden an diesen drei Tagen, als wir dort waren. Danach war ich rot wie ein Hummer, aber alle meine Rückenschmerzen waren weg. Außerdem ist das Wasser sehr gut für Leute mit Hautproblemen, Verspannungen und Entzündungen, da Natrium, Magnesium, Kalium, Chlorid, Brom und andere Sulfate darin enthalten sind.
Natürlich sind wir auch den Ort erkunden gegangen. In Toi befindet sich zum Beispiel die weltgrößte Blumenuhr und ein Museum über die Zeit der Goldsuche in Toi. Dort kann man eine Mine besichtigen. Wir haben sie uns angesehen.

Alles in allem war Izu wunderschön! Wahrscheinlich war das jetzt aber unser letzter Ausflug in ein Onsen. Es war immerhin sehr teuer.

 

Hakone

箱根

Vom Donnerstag zum Freitag bin ich mit meiner Gastfamilie nach Hakone gefahren. Dieser Ort, der bekannt für seine Onsen (öffentliche heiße Bäder) und seine Nähe zum Berg Fuji ist, befindet sich nur eine Autostunde entfernt von Yokohama. Das Wetter war wolkig und sonnig und ich habe den Fuji nur leicht verhüllt gesehen. Das war sehr aufregend! Wir haben in Hakone in einem kleinen Gasthaus gewohnt, wo wir ein traditionelles Zimmer bezogen haben, in dem wir dann auch letztendlich alle zusammen auf Futons geschlafen haben. An unser Zimmer grenzte draußen ein kleines privates, heißes Becken, aber es bestand auch die Möglichkeit in die öffentlichen Bäder zu gehen. Ich habe aber das private bevorzugt. Schwierig an der Sache war, dass es draußen lag, und man sich vor dem Baden gut waschen musste. Ich möchte dabei anmerken, dass man dabei bei 10°C Außentemperatur auf einem kleinen Holzschemel sitzen, sich einseifen und dann abspülen musste. Wenn man dann blaue Zehen bekommen hatte, konnte man sich im 42°C warmen Badewasser wieder aufwärmen. ;-)

Das Abendessen und Frühstück am nächsten Tag war natürlich auch traditionell, wobei ich sagen muss, dass es wirklich gewöhnungsbedürftig ist, gleich am Morgen Fisch zu essen. Es war aber dennoch sehr lecker und reichlich und wir sind pappesatt abgereist. In der Umgebung haben wir uns dann noch den Hakone-Schrein am Ashi-See angesehen, welcher mit Schiffen befahrbar ist und eine wunderschöne Natur aufweist, die sich jetzt in allen bunten Farben zeigt.

Sommerurlaub

夏の休暇

Dieser Urlaub war ziemlich spontan geplant worden. Ich wusste nämlich nicht, ob ich Geld dafür aufbringen könnte, weil ich ja gerade so viele Dinge für meinen Japanaufenthalt kaufe. Außerdem wusste ich nicht, ob er zu kurzfristig vor meiner Abreise sein würde, darum war ich doch sehr froh, dass letztendlich alles zeitlich passte und mich mein Vater auf diesen Urlaub einlud.

Wir sind ans Steinhuder Meer gefahren und haben direkt in dem Feriendorf Steinhude eine schöne Ferienwohnung bekommen, und das obwohl wir nur wenige Monate vorher gebucht hatten. Das Steinhuder Meer ist der größte Binnensee Nordwestdeutschlands. Das wusste ich bis dahin auch noch nicht. Er ist ein überregionales Ausflugsziel, was ich auch selbst feststellen konnte, weil mir Engländer, Niederländer, Polen und Spanier begegnet sind. Das „Meer“ befindet sich nordwestlich von Hannover. Mit dem Auto ist es nur eine halbe Stunde entfernt. Die Umgebung bietet sich für Fahrradfreunde sehr gut an. Überall gibt es ausgeschilderte Radwege, auch um den See, was wir nicht ausgelassen haben. Die Natur ist geprägt von Torfmooren und Feuchtwiesen, und stellt ein Überwinterungsgebiet für viele Vögel dar. An den Ufern von den Feriendörfern Steinhude und Mardorf bietet sich auch die Möglichkeit zu rudern, paddeln, segeln und mit dem Tretboot zu fahren. Täglich fahren sogenannte Auswanderer (Boote) zu der künstlich im See gelegenen Insel Wilhelmstein. Auch solch eine Fahrt haben wir mitgemacht. Da das Wetter aber recht wechselhaft war, wurden wir oft von Regen in dieser Woche erwischt.

Nicht weit weg sind der Safaripark Hodenhagen, der Saurierpark in Münchehagen und der weltweit größte Vogelpark in Walsrode. Letzteres haben wir am vorletzten Urlaubstag angesteuert, weil das Wetter endlich mal richtig viel Sonne zuließ. Es war richtig toll dort!

Als wir in Hannover waren, fühlte ich mich bald nicht mehr, als wäre ich in Deutschland. Irgendwann habe ich kein Wort Deutsch mehr gehört. In meiner Heimatstadt laufen weniger als halb so viele Ausländer herum als dort. Ich war ein wenig erschrocken, aber die Leute sind’s wohl dort einfach gewöhnt.

An ganz verregneten Tagen sind wir einfach mit dem Auto herumgefahren und haben bei Regenpausen z.B. Nienburg erkundet.

Zwischendurch haben wir auch einen kurzen Stopp bei Verwandten in der Nähe gemacht, die uns dann zum Wasserstraßenkreuz und Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Minden mitgenommen haben. So hab’ ich auch mal das bekannte Porta Westfalica von oben gesehen.

Leider ist die eine Urlaubswoche zu schnell wieder um gewesen.