Tag-Archiv | Visum

Bintan Island

ビンタン島

Ich bin seit gestern wieder aus dem dreitägigen Urlaub mit meiner Gastfamilie zurück. Wir waren auf Bintan, einer indonesischen Insel, die sich 40km südlich von Singapur befindet. Christoph hatte für uns zwei Zimmer im Bintan Lagoon Resort gebucht. Am Mittwochmittag sind wir mit der Fähre dorthin gefahren. Die Überfahrt dauerte nur 50min, war aber aufgrund des hohen Seegangs nichts für schwache Mägen. Selbst mir war etwas mulmig. Im Fährenterminal Tanah Merah im Osten Singapurs ging es zu wie auf dem Flughafen. Wir mussten durch eine Sicherheitskontrolle und unser Gepäck überprüfen lassen. Außerdem gab es ein paar Formalitäten auszufüllen, da wir die Landesgrenze überschritten. In Bintan angekommen, reihten wir uns in die lange Schlange, die sich ein Visa-on-Arrival kaufen musste. Es gewährt einen 30-tägigen Aufenthalt im Land und kann nicht verlängert werden. Es kostete 25 US$ (~18,50€). Früher hat es mal 10 US$ für einen 7-Tage-Aufenthalt gekostet, aber die Bestimmungen haben sich geändert. Ich bekam einen Visaaufkleber in meinen Pass und dann ging es zur Gepäckstelle. Als wir alles beisammen hatten, verließen wir das Gebäude und wurden von einem Reisebus zu unserem Hotel gefahren. Das Bintan Lagoon Resort ist eins von mehreren seiner Art im Norden der Insel. Indonesien hat diesen Teil an Singapur verpachtet, damit es ein Resort daraus machen konnte. Ich fand es überwältigend groß. Es wird durchzogen von Golfplätzen und Abenteuerspielplätzen, Seen und großen Mangrovenwäldern. Ich habe sogar ein paar freilebende Affen gesehen.

Im Hotel angekommen, holten wir unsere Schlüssel und bezogen unsere Zimmer. Ich teilte mir mit Amelie eins und wir hatten genügend Platz für uns beide. Zwar hatten wir keinen Blick aufs Meer (das hätte mehr gekostet), aber wir waren sowieso meistens draußen als im Zimmer. Das Hotel war in einen West- und Ostflügel unterteilt und in der Mitte befanden sich die Lobby und die Restaurants. Zum Strand waren es etwa 5min und da wir leider sehr hohen Seegang hatten und rote Fahnen Badeverbot geboten, waren wir oft in unserem riesigen Pool.

Wenn die Kinder abends dann im Bett waren, bin ich mit Christoph Billiard oder Tischtennis spielen gegangen. Wir waren auch einmal beim Bogenschießen und nach 7 Jahren hatte ich zum Glück nichts verlernt.

Der Donnerstag war leider sehr verregnet, darum haben wir nicht so viel machen können, als im Freizeitcenter um die Ecke Tischtennis zu spielen oder die Kinder im Kids Club abzugeben. Am Abend kam jedoch die Sonne mal heraus.

Der Freitag sah nicht anders aus. Es tropfte oft genug, dass man selten draußen war. Ich glaube, das lag am Monsun. Es war immer noch sehr windig.

Alles im allem hat es mir aber sehr gefallen und ich habe mich sehr gefreut, dass mich meine Gastfamilie mitgenommen hat! Die Bilder sprechen alle für sich.

Visum

査証

Heute morgen klingelte es 9.55 Uhr. Da ich ja Ferien habe und somit auch zum Ausschlafen tendiere, es jedoch irgendwie im linken Zeh hatte jucken gespürt, dass ich Post bekommen würde, war ich putzmunter, fiel kopfüber aus dem Bett und rannte im Schlafanzug an den Türsprecher. Eine Postfrau meldete sich unten und meinte, sie habe ein Einschreiben. Sofort war ich im Morgenmantel verschwunden, nachdem ich den Türöffner gedrückt hatte. Eine Minute, um halbwegs wacher auszusehen, hatte ich. Dennoch schaute ich der netten Dame ziemlich verschlafen ins Gesicht, als sie bei mir vor der Tür ankam und ein fröhliches „Guten Morgen“ entgegenträllerte. Ich kritzelte irgendwo auf das Einschreiben meine Unterschrift, dass ich es empfangen hatte, bedankte mich, dass sie so flott von der Post seien, und wünschte der Frau einen schönen Tag. Kaum hatte ich die Tür zugemacht, rannte ich in die Küche und riss den Umschlag auf. Mein Pass war drin – alles in mir summte schon – und als ich ihn aufklappte, grinste mich mein Visum an. Der Schrei, der danach folgte, blieb zum Glück ungehört. Na gut, vielleicht haben sich ein paar Tauben im Innenhof erschrocken, aber einen Tierarzt musste ich nicht rufen. ;) Jedenfalls bin ich super glücklich, dass ich nun mein Visum bekommen habe. Das ging wirklich schnell. Montag beantragt, Mittwoch bekommen. Wow! Das ist mal schnelle Bürokratie.

Wie sieht so ein Working Holiday Visum aus?

Meins ist weiß, grün, rosa gehalten, klebt wie ein Sticker auf einer der Sichtvermerksseiten im Pass, zeigt mein Passbild in Schwarzweiß, kurze Daten zu meiner Person, den Ausstellungsort des Visums, die Art der Beschäftigung und die einjährige Gültigkeit für Japan.

Ich bin total glücklich! Nur noch 5 Wochen!

In der Japanischen Botschaft

在ドイツ日本国大使館

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufmürbend es für mich war, als ich mich gestern zur Japanischen Botschaft aufgemacht habe, um mein Visum zu beantragen. Ich bin meinem Vater sehr dankbar, dass er mich hingefahren hat. Vom Hauptbahnhof zur Botschaft zu kommen, wäre für mich als Nicht-Berlinerin ziemlich kompliziert geworden. Wahrscheinlich hätte ich mich erstmal mit dem U-Bahn- oder Busnetz auseinandersetzen müssen.

Da die Öffnungszeiten der Botschaft von 9.00 – 12.15 Uhr, 14.00 – 16.30 Uhr sind, und wir am Nachmittag noch Verwandte besuchen wollten, die in Berlin wohnen, sind wir schon 8.30 Uhr los. Wir haben mit dem Stadtplan problemlos hingefunden und waren etwa 11 Uhr da. Am Eingang meldet man sich dann an und wird von einer netten Dame oder einem netten Herrn durch die Drehtür durchgelassen. Dann stellt man seine Tasche in einem Raum auf ein Förderband, das dann in einem Kontrollgerät verschwindet und die Tasche auf gefährliche Gegenstände überprüft. Wie auf dem Flughafen. Sicherheit geht ja vor. Dort steht auch so ein Kontrolldurchgang, durch den man hindurchgeht, und wenn man was Metallisches an sich hat, dann piept es. Wir waren aber sauber. ^^

Man betritt dann die Botschaft und läuft bis nach hinten, wo drei Schalter wie auf einem Bahnhof sind. Ich war nicht die Einzige im Aufenthaltsraum, der sich davor befindet. Zwei andere Mädchen waren gerade dabei Formulare auszufüllen. Ich hab’ dann geklingelt und herbei rauschte eine kleine Japanerin, die sich mit mir durch die Sicherheitsscheibe unterhielt. Sie fragte mich, was ich möchte und wie lange ich vorhabe in Japan zu bleiben. Als ich ihr dann sagte, dass ich als Aupair nach Japan gehen möchte, sagte sie mir gleich, dass das nicht in Japan geht. Dass das Aupairsystem dort nicht bekannt sei. Das war mir schon durch meine Gastmutter bekannt, dennoch lief es mir eiskalt den Rücken runter. War das die Absage, die ich befürchtet hatte? Ich erklärte der Frau, dass schon eine Bekannte von mir drüben sei und als Aupair arbeitete, und fragte mich selbst in dem Moment, wie sie es angestellt hatte, ein Visum zu bekommen.

Man sagte mir, ich solle mich erstmal setzen und auf die deutsche Kollegin warten. Endlose 15min vergingen, bis mich eine ältere Dame aufrief. Dieser erklärte ich das Gleiche nochmal und auch sie machte ein ‘Nein-als-Aupair-kann-ich-Sie-nicht-nach-Japan-lassen’-Gesicht. Mir war echt schlecht. Immerhin wollte ich ja nach Japan, völlig egal als was. Dann dämmerte es mir, dass es wahrscheinlich für andere Länder sogenannte Aupairvisa geben muss, nur für Japan nicht. Die Leute hatten mich alle falsch verstanden. Ich wollte doch ein Working Holiday Visum (Ferienaufenthaltsvisum). Das machte ich der Dame dann klar und sie meinte, ich müsse dann alles von den schon von mir ausgefüllten Formulare nochmal neu eintragen, weil ich überall „Aupair“ hingeschrieben hatte. Also setzte ich mich hin und füllte das Antragsformular und den Lebenslauf nochmal neu aus. Quälende 20min lang. Ich wollte immerhin alles richtig aufschreiben. Als ich alles fertig hatte, klingelte ich die Japanerin herbei und gab ihr die Formblätter. Sekunden, nachdem ich mich wieder hingesetzt hatte, kam sie wieder und fragte, ob ich denn nicht noch die anderen Dinge dabei hätte. Den Reisepass usw. und ob ich denn auch 2100 Euro Eigenkapital hätte.

‘Wie bitte?’, dachte ich mir. ‘Hatte man mir denn nicht 2000 Euro gesagt?’ Zum Glück hatte ich mehr gespart und auf der Kopie stand das auch so drauf. Also, alles abgegeben und weitere 20min gebangt und gewartet, dass alle Kopien und Formulare okay seien. Ich glaub’ ich war kreidebleich. Ich konnte mich nicht mal mit meinem Vater unterhalten, der nebenbei Werbebroschüren durchgelesen hatte. Nach 20min kam die ältere Frau wieder an den Schalter und ich sprintete zu ihr, in der Hoffnung eine gute Antwort zu erhalten. Ich hab’ sie wohl wie ‘ne Irre angesehen, als sie sagte, die Formulare seien in Ordnung und dass sie es in drei Tagen bearbeitet haben würden. Ich wollte sie knutschen.

Ich habe ihr dann auch gesagt, dass ich es gerne per Post zugesandt haben möchte, worauf dann natürlich, die von mir nicht bedachte Tatsache kam, dass das ja nur als Einschreiben geht, weil immerhin der Personalausweis mit dem Visum zurückgeschickt wird. Dabei hatte ich nun extra schon Briefmarken und Briefumschläge gekauft. Aber das Einschreiben hab’ ich dann später gleich auf einer Berliner Post erledigt. So haben die das wohl schon heute zugesandt bekommen und ich erwarte ab Donnerstag Post. Wenn ich dann das Visum in Händen halte, dreh’ ich wohl durch. :)

P.S. Ich danke dir Papa, dass du an diesem Tag so viel Geduld mit mir hattest.