The Wolseley

Anfang Juli 2015 wurde ich von Alicia, dem australischen Aupair der Freunde meiner Arbeitgeber, zu einem Besuch im Wolseley eingeladen. Dies ist ein Restaurant nahe Piccadilly Circus, dessen Gebäude 1921 erbaut wurde und zuerst als Showroom für Wolseley Motos und dann als Bank genutzt wurde. Seit November 2003 ist es ein Café gehobenen Standards, das zahlreiche Preise bekommen hat.

Alicia hatte zu ihrem Geburtstag einen Gutschein für zwei Personen für einen Afternoon Tea bekommen. Ich fand es sehr schön, dass sie mich fragte, mit ihr dahinzugehen. Mir gefiel die Atmosphäre im Restaurant sehr gut, erinnerte es mich doch irgendwie an ein Wiener Café (oder so wie ich es mir vorstellen würde, da ich noch nie in so einem war). Zum typisch englischen Afternoon Tea gab es Sandwiches, kleine Kuchen wie Scones mit Sahne und natürlich schwarzen Tee. Es hat mir sehr gut geschmeckt.

Salisbury

Ende Mai 2015 suchte ich mir Salisbury für einen Samstagsausflug aus. Ich hatte gelesen, dass diese Stadt eine sehr sehenswerte Kathedrale haben sollte, darum wollte ich mir diese ansehen, da ich alte, englische Kirchen interessant finde.

Von Waterloo Station gibt es eine Direktverbindung nach Salisbury, sodass ich innerhalb einer anderthalben Stunde ohne Umsteigen dort ankam. Gleich am Bahnhof gab es Ausschreibungen für Bustouren nach Stonehenge (nur 13km entfernt), die mich aber nicht so interessierten, da mir meine Arbeitgeber gesagt hatten, dass Stonehenge total überbewertet ist, direkt an einer stark befahrenen Straße liegt und somit seinen ganzen Charme verloren hat.

Salisbury selbst ist eine hübsche, kleine Stadt mit mittelalterlichem Charme und einen Ausflug wert. Die Kathedrale war sehr beeindruckend und dort befindet sich eines der vier noch erhaltenen Exemplare der Magna Carta. Dazu gab es eine kleine Ausstellung, um Informationen über die Magna Carta zu erhalten. Mit 123 Metern ist der Turm der Kathedrale der höchste Kirchturm Englands. Ich blieb vielleicht drei bis vier Stunden, bis das Wetter umschlug und sehr unangenehm wurde. Die Fotos sprechen aber für sich.

 

Portsmouth

Im Mai machte ich einen Tagesausflug nach Portsmouth, einer Hafenstadt in Hampshire, Südengland und 5138 Einwohnern/km² die am dichtesten bevölkerte Stadt Großbritanniens. Über die Jahrhunderte entwickelte sich der Hafen zum wichtigsten Stützpunkt der Royal Navy und durch die Industrialisierung siedelten sich viel Unternehmen der Schwerindustrie an. Im zweiten Weltkrieg war Portsmouth Herstellungsort von Munition und Kriegsschiffen und wurde aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage von deutschen Bombern angegriffen. Leider wurden dadurch große Teile der Altstadt zerstört. In der Nacht vom 5. zum 6. Juni 1944 startete von hier aus die Landung in der Normandie.

Der Hafen spielt noch heute eine große Rolle, denn er ist nach Dover der wichtigste Fährhafen Englands und der wichtigste militärische Hafen Europas. Zahlreiche Schiffe und Flugzeugträger sind hier stationiert. Die Fähren verbinden die Isle of Wight mit England und bieten Verbindungen nach Frankreich an.

In den 1970er Jahren fand eine Umgestaltung der alten Hafengebiete statt, die die Schaffung einer Einkaufsstraße und die Errichtung des 170m hohen Spinnaker Towers beinhaltete, welcher 2005 eröffnet wurde. Zu weiteren Sehenswürdigkeiten gehören das D-Day Museum, das Geburtshaus von Charles Dickens, drei Museumsschiffe und die Royal Naval und Royal Marine Museen.

 

Osterurlaub

Easter holidays

Schließlich trat ich meinen zweiwöchigen Osterurlaub nach Ostern – abhängig davon, wann meine Arbeitgeber in den Urlaub gingen, was so typisch bei Nannys ist. Zuerst verbrachte ich ein paar Tage bei meinem Vater und seiner Partnerin; wir fuhren ein paar Verwandte besuchen, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte und dann reiste ich zu meiner Mutter und meinen Großeltern.
Für drei Tage machte ich einen Kurzurlaub mit meiner Mum in Dresden, wo ich auch schon ein paar Jahre nicht mehr gewesen war, bevor ich eine Freundin im Vogtland besuchen ging und dort auch ein paar Tage verbrachte. Bei so wenig Zeit für Freunde und Familie, versuche ich wirklich so viele wie irgendwie möglich unterzukriegen. Auch wenn der Urlaub immer schnell vorbei geht, so konnte ich doch wieder eine wunderschöne Zeit in Deutschland verbringen, bevor es wieder in London ging.

Bei meiner neuen Familie lief alles super, die Kinder verstanden sich prima mit mir, meine Arbeitgeber waren nett und fair zu mir, und es gab nichts, was mich wirklich traurig stimmen sollte, wieder nach London zurückzukehren. Aber mal ehrlich, Abschiede sind immer schwer für mich. Ich bin besser im Hallo-Sagen.

 

Clacton-on-sea

Da ich zum Osterfest 2015 keinen langen Urlaub wie im letzten Jahr bekam, jedoch das Osterwochenende anstand, buchte ich mir kurzerhand einen Kurzurlaub in dem Badeort Clacton-on-sea, um einen weiteren Küstenort Englands kennenzulernen. Clacton selbst ist nicht sehr groß und hat nicht wirklich viel zu bieten, außer einen langen Strand, der im Sommer gut besucht ist, einen Pier mit Vergnügungspark, Arkaden und Möwen, die viel Krach machen. Entlang der Küste befinden sich noch alte Wehrtürme, die sogenannten Martello Towers – welche einst zur Verteidigung gegen Napoleon gebaut wurden und noch heute zu sehen sind.

Mein B&B war leider auch nicht so toll – sehr kleines Zimmer – aber ich wollte ja eh nur dort schlafen. Meistens, wenn es das Wetter mir erlaubte, war ich unterwegs. Ich machte einen Tagesausflug nach Colchester, welche die älteste urkundlich erwähnte städtische Siedlung in Großbritanniens ist. Ihre Geschichte geht bis zur römischen Eroberung im Jahre 45 n. Chr. zurück. Außer einer schönen Altstadt mit Fachwerkhäusern aus dem 16. Jh. gibt es dort auch das Colchester Castle zu sehen, das 1070-1100 erbaut wurde. Heute befindet sich darin ein Museum.

Impressionen von London 2015

Impressions of London during the year 2015

 

Penzance

Da uns der letzte Urlaub in Cornwall so gut gefallen hatte, buchte ich die gleiche Unterkunft noch einmal. Wieder wurden wir herzlich empfangen und erhielten diesmal ein Zimmer, das zum Meer zeigte. Wir hatten phantastisches Wetter und machten viele Ausflüge. Hier eine kleine Zusammenfassung:

Wir reisten am 2. August an und am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Porthcurno, einer kleinen Siedlung an der Südküste West Cornwalls, wo es einen wunderschönen Strand in einer kleinen Bucht mit hoch aufragenden Felsen gibt. Goldgelber Sand und türkisfarbenes Wasser erwartete uns an einem sehr warmen Tag. Besonders sehenswert, aber mit Eintrittsgeld verbunden, ist dort das Minack Theatre, das ein einzigartiges Freilichttheater ist, weil es um 1930 in einen Felsenabhang hineingebaut wurde. Von Juni bis September werden hier etwa 16 Stücke aufgeführt, traditionsgemäß sind es Werke von Shakespeare.

Am 4. August machten wir einen Ausflug nach Pendeen, einem Ort an der Westküste, der einst Heimat vieler Minenarbeiter war. Hier gibt es noch die Geevor Tin Mine, die von 1911–1990 in Betrieb war und jetzt ein Museum ist. Sehenswert ist auch der Leuchtturm, zu dem wir querfeldein und bergauf-bergab durch Farnsträucher und über Weideland laufend gelangten. Er ist 17 Meter hoch und besaß noch bis kurz bevor wir unseren Urlaub antraten ein Nebelhorn, das alle 20 Sekunden ein Signal abgab, das so laut war, dass es noch in 5km zu hören war.
In all der Stille dort hatten wir ein schönes Picknick im hohen Gras. Es war einfach nur entspannend, mal nur den Vögeln und dem Wind zu lauschen. Dort läuft die Zeit langsamer. Auf unserer Erkundungstour fanden wir die Portheras Cove, eine Bucht, die einen der besten Strände des Landes hat und sehr schwer zu finden ist. Wir sind sozusagen darüber gestolpert und haben es kein bisschen bereut. Wir sahen viele Surfer, die die starke Strömung und die Wellen nutzten, und trafen nur auf Einheimische, was für mich den Urlaub gleich verbesserte. Ich mag es nur unter Einheimischen zu sein. 🙂 Wir verweilten hier ein wenig und genossen die Meeresluft und die einmalige Natur.
Es ist schwer zu sagen, wo genau der Strand liegt. Beschreibungen zufolge befindet er sich zwischen den Orten Morvah und Pendeen und ist nur zu Fuß zu erreichen. Es gibt allerdings einen holprigen Zugang für Autos etwas weiter oberhalb des Strandes gelegen, jedoch keine Parkmöglichkeiten wie man sie von großen, öffentlichen Stränden kennt. Demzufolge waren nicht sehr viele Leute dort. Ich vermute es verlaufen sich wenige Touristen in diese Gegend.

Das Wetter schlug am 5. August stark um und die Temperaturen gingen runter auf 16°C. So entschieden wir uns, einen nicht allzu weiten Ausflug zu machen und steuerten Porthleven, einen Fischerort, südöstlich von Penzance an. Dort gingen wir am Kai entlang, aßen Mittag in einem Café, und schauten so einigen Leuten beim Angeln zu. Als es stürmisch und regnerisch wurde, nahmen wir den nächsten Bus wieder nach Penzance zurück und machten es uns in unserem B&B gemütlich.

Unseren letzten Tag nutzten wir für einen langen Strandspaziergang bei Penzance, bevor es am 7. August zurück nach London ging. Dort zogen wir für eine Nacht in ein nicht zu empfehlendes Hotel in Paddington, weil meine Mutti am 8. August wieder nach Hause fliegen musste. Die schönen Tage gehen leider immer so schnell zu Ende.