Londoner Stadtbezirke

Hammersmith und Fulham

Mithilfe der Wikipedia und anderer brauchbarer Links konnte ich mich gut über die Wohngegend in London informieren, in der meine 1. Gastfamilie lebte. Wie bekannt, ist London die Hauptstadt Großbritanniens und nicht zu verwechseln mit London in Kanada. Sie ist mit einer Metropolregion von 12–14 Mio. Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Europas. Ihr Verwaltungsgebiet umfasst das sogenannte 1572m² große Greater London, in dessen Zentrum Inner London liegt, in dem 2,9 Mio. Menschen leben. Greater London ist in 33 Stadtbezirke unterteilt, von denen 13 zu Inner London gehören. In genau einem von diesen wohnte meine 1. Gastfamilie.

Der Bezirk nennt sich Hammersmith und Fulham und befindet sich in Westlondon. Er wurde 1965 gegründet und ist mit 16,4 km² der drittkleinste Bezirk Inner Londons (und damit nur ein wenig kleiner als das ganze Nordgebiet meiner Heimatstadt). Ungefähr 182.000 Menschen leben in diesem Radius auf 12 Stadtteile verteilt. Sie untergliedern sich in folgende ethnische Gruppen:

  • 60 % Weiße Briten
  • 20 % Weiße Nicht-Briten
  • 11 % Inder, Pakistani, Chinesen, Japaner etc.
  • 5 % Afrokariben
  • 5 % Schwarzafrikaner

Die Anzahl der Menschen zwischen 20–29 Jahren ist in diesem Bezirk höher als der Durchschnitt in der Stadt und liegt bei 24 %. Ungefähr 50 % der Haushalte gehören Hausbesitzern, was erstaunlich hoch ist, da die Häuserpreise den viertteuersten Platz im ganzen Land belegen. Sie schwanken zwischen £500.000–£2,3 Mio. (620.000€–2,8 Mio. €) Hammersmith und Fulham ist das Zuhause des Fernsehsenders BBC und zahlreicher bekannter Fußballclubs z.B. Manchester United und West Ham United. Außerdem hat hier die London Academy of Music and Dramatic Art (LAMDA) ihren Sitz sowie vier Theater und mehrere Kinos. An Hammersmith & Fulhams südlicher Grenze entlang fließt die Themse, ungefähr 20min von Brook Green entfernt.

Meine Gastfamilie wohnte im Stadtteil Brook Green. Dieses wohlhabende Viertel, in dem etwa 22.000 Menschen wohnen, befindet sich ungefähr in der Mitte von Hammersmith und Fulham und ist nach seinem gleichnamigen Park benannt. Brook Green besteht aus sehr teuren Häusern viktorianischen und edwardischen Stils und ist durch sechs U-Bahn-Stationen und mehrere Bushaltestellen gut an das städtische Verkehrsnetz angebunden.

 

Southwark

Mitte 2014 entschied sich meine 1. Gastfamilie das sehr emsige Brook Green gegen das sehr grüne Dulwich Village im Bezirk Southwark südlich der Themse einzutauschen.

Wie Hammersmith wurde der Bezirk 1965 gegründet und hat eine Fläche von mit 28,8 km². Ungefähr 302.000 Menschen leben in diesem Radius auf 17 Stadtteile verteilt. Sie untergliedern sich in folgende ethnische Gruppen:

  • 40 % Weiße Briten
  • 20 % Weiße Nicht-Briten
  • 9 % Inder, Pakistani, Chinesen, Japaner etc.
  • 6 % Afrokariben
  • 16 % Schwarzafrikaner
  • 9 % anderer Herkunft

Dulwich liegt in einem Tal und ist in drei Stadtgebiete aufgeteilt, East Dulwich, Dulwich Village und West Dulwich. Wir wohnten in Dulwich Village in einem nun größeren Haus mit einem unglaublich großen Garten. Die Einkaufsstraße war nur 10min entfernt und bot einige geschichtsträchtige Gebäude wie das Crown & Greyhound Public House in dem sich im 19. Jh. der ortsansäßige Adel traf. Außerdem diente das Haus als Haltepunkt für Kutschen auf dem Weg von Piccadilly nach Sittingbourne in Kent. Angeblich besuchte Charles Dickens häufig den Pub, wenn er sich in Dulwich aufhielt. Heute steht das Gebäude  unter Denkmalschutz. Die nächste Bahnstation (keine Tube) lag ca. 5 Minuten entfernt und band mich an London Bridge an, jedoch fuhren die Züge nicht so oft wie die Tube und ich kam mir manchmal sehr abgelegen vor.

Recht bekannt ist hier auch das Dulwich College, das 1619 gegründet wurde und 1800 Schüler von zwei bis achtzehn Jahren beherbergt. Außerdem gibt es die im Jahre 1817 eröffnete Dulwich Picture Gallery, deren Schwerpunkt die europäische Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts (darunter allein drei Gemälde von Rembrandt) ist.

 

Brent

Meine 2. und 3. Familie, für die ich Nanny war, wohnte in dem Stadtbezirk Brent, der im Nordosten Londons liegt und ebenso 1965 bei der Gründung Greater London entstand. Der Bezirk erstreckt sich über eine Fläche von 43,2 km², auf der 314.000 Menschen wohnen. Auf 24 Stadtteile verteilt, leben hier die folgenden ethnischen Gruppen:

  • 18 % Weiße Briten
  • 24 % Weiße Nicht-Briten
  • 34 % Inder, Pakistani, Chinesen, Japaner etc.
  • 8 % Afrokariben
  • 8 % Schwarzafrikaner
  • 9 % anderer Herkunft

Brent wurde nach dem gleichnamigen Fluss, der durch ihn hindurchfließt benannt. In dem Stadtbezirk befinden sich das Wembley-Stadion, der Kensal Green Cemetery und auch der Neasden Tempel, welcher der größte hinduistische Tempel außerhalb Indiens ist.

Meine 2. und 3. Familie wohnten nicht weit voneinander entfernt, jedoch in zwei verschiedenen Stadtteilen. Kensal Rise und Queen’s Park, beide nur 10 Minuten Fußweg getrennt. Beide Stadtteile liegen wesentlich höher als Hammersmith und Dulwich und wenn man auf den höchsten Punkt in Tiverton Green steigt, kann man über die Skyline Londons blicken. Es gibt hier gute Anbindungen an die Overground und Tube mit Kensal Rise Station und Queen’s Park Station, wo man in kürzester Zeit in der Innenstadt ist. Der Stadtteil Queen’s Park hat seinen Namen durch seinen 12ha großenPark, welcher wiederum nach Königin Victoria benannt und von dieser 1887 eröffnet wurde. Verschiedene Baustile treffen hier aufeinander, was ich sehr faszinierend finde.

Die nördliche Hälfte des Stadtteils Queen’s Park wurde von Solomon Barnett, einem russischen Einwanderer aus Polen, gestaltet. Die zweistöckigen Reihenhäuser östlich des Parks, die zwischen 1895 und 1900 erbaut wurden, besitzen klare, klassische Linien. Jene auf der westlichen Seite, erbaut zwischen 1900 und 1905, neigen zu einem gotischen Stil. Barnetts Ehefrau kam aus dem westlichen Teil des Landes, und viele Straßen, die er schuf, wurden nach Orten oder bekannten Dichtern benannt, die sie kannte. Die ersten Bewohner, die hier im späten Viktorianischen Zeitalter einzogen, waren typischerweise untere Mittelklasse (Beamte und Lehrer). Im Moment ist Queen’s Park demografisch und architektonisch vielseitig. Die Straßen um den Park im Herzen Queen’s Parks stehen unter Denkmalschutz. In solch einer Straße wohne ich.

Im Gegensatz zum nördlichen Teil des Stadtteils steht der südliche in der Gegend von Kilburn Lane (südlich der Bahnlinie). Der nördliche Teil liegt im Bezirk Brent und wurde geschichtlich mit Familienhäusern geprägt. Der südliche Teil liegt im Bezirk Westminster und besteht aus Grundstücken mit mehreren Mietern. Jedoch wurden viele bis heute zu Familienhäusern und luxuriösen Wohnungen umgebaut.

Die Einkaufsstraßen Salusbury Road und Chamberlayne Road besitzen weniger Kaufhallen und haben mehr hochwertigere Geschäfte und Restaurants, mehr als in den 1960ern und 70ern, als es hochklassige Metzger, Bäcker und Gemüsehändler gab. Die lokalen Schulen – von denen einst jene darum gekämpft hatten Kinder aus reicheren, ansässigen Familien anzulocken – haben heute mehr Anwärter als vorhandene Plätze. Dementsprechend sind auch die Hauspreise gestiegen, wo ein Haus mit vier Schlafzimmern auf der Ostseite des Parks mehr als £1,5 Mio. kostet, während größere Häuser für Millionen verkauft werden. 

Auf dem Gelände der Salusbury Primary School findet jeden Sonntagmorgen der Queen’s Park Farmers‘ Market statt, der sehr sehenswert ist und Menschen aus ganz Nordwest-London anzieht. (Quelle: Wikipedia)

Im Großen und Ganzen mag ich es in Queen’s Park. Es ist sauberer als in Hammersmith, wo mir viele unsaubere Hundebesitzer aufgefallen sind. Es ist auch recht ruhig hier, nur hin und wieder kommt ein Flieger von Heathrow vorbei, und dennoch ist die Anbindung an die Stadt sehr gut. Mit dem Auto jedoch hat man bei Rushhour schon sein Tun. 😉

(Alle Wertangaben in Prozent sind geschätzt.)

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