Penzance

Da uns der letzte Urlaub in Cornwall so gut gefallen hatte, buchte ich die gleiche Unterkunft noch einmal. Wieder wurden wir herzlich empfangen und erhielten diesmal ein Zimmer, das zum Meer zeigte. Wir hatten phantastisches Wetter und machten viele Ausflüge. Hier eine kleine Zusammenfassung:

Wir reisten am 2. August an und am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Porthcurno, einer kleinen Siedlung an der Südküste West Cornwalls, wo es einen wunderschönen Strand in einer kleinen Bucht mit hoch aufragenden Felsen gibt. Goldgelber Sand und türkisfarbenes Wasser erwartete uns an einem sehr warmen Tag. Besonders sehenswert, aber mit Eintrittsgeld verbunden, ist dort das Minack Theatre, das ein einzigartiges Freilichttheater ist, weil es um 1930 in einen Felsenabhang hineingebaut wurde. Von Juni bis September werden hier etwa 16 Stücke aufgeführt, traditionsgemäß sind es Werke von Shakespeare.

Am 4. August machten wir einen Ausflug nach Pendeen, einem Ort an der Westküste, der einst Heimat vieler Minenarbeiter war. Hier gibt es noch die Geevor Tin Mine, die von 1911–1990 in Betrieb war und jetzt ein Museum ist. Sehenswert ist auch der Leuchtturm, zu dem wir querfeldein und bergauf-bergab durch Farnsträucher und über Weideland laufend gelangten. Er ist 17 Meter hoch und besaß noch bis kurz bevor wir unseren Urlaub antraten ein Nebelhorn, das alle 20 Sekunden ein Signal abgab, das so laut war, dass es noch in 5km zu hören war.
In all der Stille dort hatten wir ein schönes Picknick im hohen Gras. Es war einfach nur entspannend, mal nur den Vögeln und dem Wind zu lauschen. Dort läuft die Zeit langsamer. Auf unserer Erkundungstour fanden wir die Portheras Cove, eine Bucht, die einen der besten Strände des Landes hat und sehr schwer zu finden ist. Wir sind sozusagen darüber gestolpert und haben es kein bisschen bereut. Wir sahen viele Surfer, die die starke Strömung und die Wellen nutzten, und trafen nur auf Einheimische, was für mich den Urlaub gleich verbesserte. Ich mag es nur unter Einheimischen zu sein. 🙂 Wir verweilten hier ein wenig und genossen die Meeresluft und die einmalige Natur.
Es ist schwer zu sagen, wo genau der Strand liegt. Beschreibungen zufolge befindet er sich zwischen den Orten Morvah und Pendeen und ist nur zu Fuß zu erreichen. Es gibt allerdings einen holprigen Zugang für Autos etwas weiter oberhalb des Strandes gelegen, jedoch keine Parkmöglichkeiten wie man sie von großen, öffentlichen Stränden kennt. Demzufolge waren nicht sehr viele Leute dort. Ich vermute es verlaufen sich wenige Touristen in diese Gegend.

Das Wetter schlug am 5. August stark um und die Temperaturen gingen runter auf 16°C. So entschieden wir uns, einen nicht allzu weiten Ausflug zu machen und steuerten Porthleven, einen Fischerort, südöstlich von Penzance an. Dort gingen wir am Kai entlang, aßen Mittag in einem Café, und schauten so einigen Leuten beim Angeln zu. Als es stürmisch und regnerisch wurde, nahmen wir den nächsten Bus wieder nach Penzance zurück und machten es uns in unserem B&B gemütlich.

Unseren letzten Tag nutzten wir für einen langen Strandspaziergang bei Penzance, bevor es am 7. August zurück nach London ging. Dort zogen wir für eine Nacht in ein nicht zu empfehlendes Hotel in Paddington, weil meine Mutti am 8. August wieder nach Hause fliegen musste. Die schönen Tage gehen leider immer so schnell zu Ende.

 

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Sommerurlaub

Summer Holidays

Vom 5.–18. August hatte ich Sommerferien, da meine Gastfamilie in den Sommerurlaub flog. Meine Mutti kam zu Besuch und blieb bis zum 15. August in London. Wir machten einen 4-Tagesurlaub in Penzance in Cornwall, wo ich ein schönes Bed & Breakfast gebucht hatte. Ich möchte hier sehr gern Werbung für Andrew und Lynseys „Glencree Guesthouse“ machen, wo wir ein Doppelzimmer mit Bad hatten. Wir fühlten uns sehr wohl bei ihnen, wobei mir das Frühstück jeden Morgen sehr gemundet hat.

Penzance liegt in West Cornwall, fast ganz am westlichen Ende in einer Meeresbucht. Der Ort ist keine Touristenstadt, jedenfalls nicht so ein Magnet wie St. Ives im Norden. Am zweiten Urlaubstag machten wir einen Spaziergang am Strand entlang nach St. Michael’s Mount, einem alten Familiensitz auf einer Insel im Meer, die man bei Ebbe zu Fuß erreichen kann. Sie ist dem französischen Le Mont-Saint-Michel in der Normandie nachempfunden. Am Nachmittag mussten wir mit dem Boot übersetzen, weil die Flut zurückgekommen war; es war ein lohnender Ausflug.

Am dritten Tag stiegen wir in einen Inselbus, der uns durch West Cornwall entlang der Küste fuhr, wo man an bestimmten Haltestellen aussteigen und sich die wunderschöne Natur ansehen konnte. Da das Wetter so unbeständig war, stiegen wir nur bei Sennen Cove und St. Ives aus. Auch wieder ein prima Tag. Mir war jedoch nach der hügeligen Busfahrt etwas komisch im Magen.

Am letzten Tag sind wir vor unserer Zugfahrt nach London noch nach Mousehole [sprich: Mausol] westlich von Penzance gelaufen, wo es einen kleinen Karneval im Hafen gab. Das hat uns auch sehr gut gefallen. Hier aß ich dann endlich den landestypischen Cream Tea, der aus Earl Grey und zwei Scones bestand, die man mit Butter und selbstgemachter Marmelade bestrich. Das war so köstlich!
Spätabends waren wir dann wieder zurück in London.

Im Laufe der nächsten Tage besuchten wir dann ein paar Sehenswürdigkeiten wie St. Paul’s Cathedral, Windsor Castle, den Tower of London und den Hyde Park. Ich flog schließlich mit meiner Mutti nach Deutschland zurück, um meinen Papa und meine Großeltern zu besuchen. Das war mal wieder nötig. Ich habe zwar kein großes Heimweh, aber am Ende vermisst man doch die eigene Familie, selbst wenn man bei der nettesten Gastfamilie lebt.