Osterurlaub

Easter holidays

Schließlich trat ich meinen zweiwöchigen Osterurlaub nach Ostern – abhängig davon, wann meine Arbeitgeber in den Urlaub gingen, was so typisch bei Nannys ist. Zuerst verbrachte ich ein paar Tage bei meinem Vater und seiner Partnerin; wir fuhren ein paar Verwandte besuchen, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte und dann reiste ich zu meiner Mutter und meinen Großeltern.
Für drei Tage machte ich einen Kurzurlaub mit meiner Mum in Dresden, wo ich auch schon ein paar Jahre nicht mehr gewesen war, bevor ich eine Freundin im Vogtland besuchen ging und dort auch ein paar Tage verbrachte. Bei so wenig Zeit für Freunde und Familie, versuche ich wirklich so viele wie irgendwie möglich unterzukriegen. Auch wenn der Urlaub immer schnell vorbei geht, so konnte ich doch wieder eine wunderschöne Zeit in Deutschland verbringen, bevor es wieder in London ging.

Bei meiner neuen Familie lief alles super, die Kinder verstanden sich prima mit mir, meine Arbeitgeber waren nett und fair zu mir, und es gab nichts, was mich wirklich traurig stimmen sollte, wieder nach London zurückzukehren. Aber mal ehrlich, Abschiede sind immer schwer für mich. Ich bin besser im Hallo-Sagen.

 

Silvesterurlaub

Holidays over New Year’s Eve

Die Weiterreise nach Deutschland verlief auch nicht ganz glatt ab. Mein Flieger ging am Morgen und kaum war ich durch die Sicherheitskontrolle durch, stand an der Fluganzeige dran, dass meine Maschine eine Stunde später fliegen sollte. So ganz beunruhigt war ich nicht, da ich bei meinem Flug nach Köln nicht nochmal umsteigen musste, aber trotzdem wartete meine Mutti ja dort auf mich und sie war längst in Köln, als ich ihr meine Verspätung mitteilte. Etwa eine halbe Stunde vor Boarding änderte sich die Anzeige auf nur eine halbe Stunde Verspätung, sodass ich dann doch nicht so spät in Köln landete, denn sehr oft holen die Flugzeuge auf dem Flug nach Deutschland zwanzig Minuten wieder auf.
Dieser Urlaub war bis zum 5. Januar geplant, wobei ich mit meiner Mutti Silvester und Neujahr in Köln verbrachte. Ich war noch nie in Köln gewesen, daher war es sehr interessant für mich zur Nachweihnachtszeit die Stadt und den Dom zu sehen. Wir wohnten nur wenige Schritte vom Rhein und der Innenstadt entfernt in einem sehr guten Hotel. Nach Silvester flogen wir dann wieder nach Hause, wo ich meine Großeltern und meinen Papa besuchte. Leider war der ganze Urlaub viel zu kurz, aber ich sollte sie alle Ostern wiedersehen. Die Tage wurden akribisch gezählt. 😀

 

Kirschblüte in Berlin

ベルリンの花見

Mitte April fand in Berlin-Marzahn in den Gärten der Welt das Kirschblütenfest statt. Da ich in Japan das Blühen der Kirschblüten (桜 – sakura) schon erleben durfte, allerdings nicht im Kimono oder Yukata hingegangen war, obwohl ich mir dort einen Kimono gekauft hatte, wollte ich es unbedingt wenigstens einmal in Deutschland schaffen, mir ein „hanami“ im Kimono anzusehen. Ja, authentisch ist es natürlich nur im Ursprungsland, aber das war mir egal. Die Kirschblüten hier sind genauso schön.

Mit meiner besten Freundin, die genauso japanbegeistert ist, fuhr ich also nach Berlin, kam in einer recht hübschen Pension unter und konnte mir am Samstag vor dem Fest noch ein bisschen Berlin ansehen, wann komme ich schon dazu?
Das Wetter am Sonntag versprach zuerst nichts Gutes. Dunkle Wolken und kalte Temperaturen ließen mich überlegen, ob ich mir meinen Kimono wirklich anziehen sollte. Allerdings vertraute ich dann auf die Wettervorhersage. Am Ende wurde es sehr warm und sonnig und ich bereute es nicht, mich wie eine Japanerin angezogen zu haben. Ich habe so einige junge Leute in den Gärten der Welt in angeblichen Kimono und Yukata herumlaufen sehen, aber so ganz echt sahen die nicht aus und viele hatten sich nicht mal richtig Mühe gegeben, ihn ordentlich oder richtig anzuziehen. Ich will damit nicht sagen, dass jeder nach Japan fahren soll, um sich einen echten Kimono zu kaufen. Es gibt hier auch in den Großstädten Geschäfte, wo man sich einen kaufen kann, aber die sind dann doch von minderer Qualität. Und ich meine, wenn man sich schon so was anzieht, dann bitte mit Stil und Hingabe.
Jedenfalls heißt das Kirschblütenfest „Hanami”, „Beotkkot Chukje”, „Shang Mei”, je nachdem ob man sich in Japan, Korea oder China befindet. Der Japanische, Chinesische und Koreanische Garten feierte an diesem Wochenende das Fest und demzufolge gab es auf einer Festwiese auch ein kleines Bühnenprogramm. Es kamen recht viele Leute, um es sich anzusehen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich an diesem Tag auch so viel Aufmerksamkeit auf mich ziehen würde. So manche Leute waren freundlich und fragten, ob sie ein Bild mit mir machen könnten, andere haben mich heimlich von hinten geknipst.

In den asiatischen Ländern wird die Kirschblüte als Symbol für Aufbruch, Vergänglichkeit und die zerbrechliche weibliche Schönheit gefeiert. Nach längerem Reifen und nur kurzer Zeit des Erblühens fällt die Blüte im Moment vollendeter Schönheit. Die Sakura gibt damit Samurai und der Literatur ein Beispiel für einen würdigen, jungen Tod. Sie blüht in Japan je nach Gegend von Ende März bis Anfang Mai und dauert etwa zehn Tage an. Hanami bezieht sich nicht nur auf die Kirschblüte, sondern auch auf die Pflaumen- und Pfirsichblüte, die noch vor der Kirsche blühen. Seit der Nara-Zeit (710-784) wird dieses Fest in Japan begangen, schriftliche Nachweise stammen aus der Heian-Zeit (794-1185).

Saaletal

ザーレの谷

Und schon wieder ist fast ein ganzer Monat vergangen, dass ich mich hier melde. Endlich wird es ja wärmer. Man kann jetzt darauf hoffen, dass es so bleibt. Ich mag ja auch die kalte Jahreszeit, aber zum Glück muss sie sich mit der warmen abwechseln, sodass man immer in den Genuss beider kommt.      Dieses Wochenende konnte ich aufgrund der warmen Temperaturen nicht ungenutzt lassen und habe einen Ausflug ins Saaletal im Burgenlandkreis gemacht. Genauer gesagt zu der Rudelsburg und Burg Saaleck, die beide über dem Ort Saaleck nicht weit von dem Kurort Bad Kösen stehen. Die Gegend ist ja allein schon durch ihre Weinberge und bewaldeten Hügel malerisch anzusehen. Umso schöner sehen dann diese beiden Burgen in der Landschaft aus.Schon als Kind war ich hier oft. Allerdings lag der letzte Besuch mindestens schon über zehn Jahre zurück, sodass es mal wieder Zeit wurde hierher zu fahren.

„Der Anblick des Burgenpaares Saaleck und Rudelsburg ist einer der malerischsten im mittleren Saaletal. Die Höhenplatte des Burggeländes auf mächtigem Kalksteingrund, 80 Meter über dem Saalespiegel gelegen, ist seit urdenklichen Zeiten mit Lebensspuren unterschiedlicher Volksstämme behaftet. Alter und Gründer der Rudelsburg sind nicht genau bekannt, sie wird 1172 erstmalig erwähnt und war wohl als Grenzburg und später als Schutzburg für die im Tal vorbeiführende Frankenstraße bestimmt. 1348 wurde die Vorburg zerstört. In den Wirren des 30jährigen Krieges brannte sie aus und zerfiel danach immer mehr. 1827 wurde […] eine erste Schänke eingerichtet. 1991/92 wurde die Rudelsburg umfassend saniert“ (Auszug aus der Speisekarte des Burgrestaurants Rudelsburg).

Die Burg Saaleck liegt nur wenige hundert Meter von der Rudelsburg entfernt. Sie liegt ca. 172m ü.NN. und ist knapp 23m hoch. Die Burg ist nur noch als Ruine erhalten. Das charakteristische Bild wird durch die weithin sichtbaren beiden runden Bergfriede gebildet, deren Mauerstärke etwa zwei Meter beträgt. Einst war die Kernburg von einer inneren und äußeren Wehrmauer umgeben. Erstmalig wird Burg Saaleck im Jahr 1140 erwähnt. Bauherren der Burg waren vermutlich die Thüringer Landgrafen.

Pfingst-Ritterturnier

馬上槍試合

Gestern war ich bei einem Mittelalterspektakel auf dem Schloss Neuenburg bei dem Winzerstädtchen Freyburg an der Unstrut. Es fanden die Pfingst-Ritterspiele wie jedes Jahr statt. Schon 2008 habe ich sie mir angesehen und auch dieses Mal haben sie mir sehr gefallen, da auch zweimal am Tag ein Ritterturnier stattfindet, wo es schöne Ritter, prächtig geschmückte Pferde, und einen Zunftmarkt zu bestaunen gab. Es waren viele Besucher da und nicht nur ich sondern auch andere kamen in mittelalterlichen oder anderen Gewändern zum Fest. Mir gefällt sowas immer sehr. Ich kaufte mir wie immer eine Fassbrause, die sehr erfrischend schmeckt. Das Wetter war auch prima. Die Sonne schien und ein paar Wattewolken zogen bei 22°C über den Himmel.

Als Veranstaltungsort diente Schloss Neuenburg, das einst die größte Burg und eine der ältesten und wichtigsten der Landgrafen von Thüringen war. Der Baubeginn liegt am Ende des 11. Jahrhunderts, im 15. Jahrhundert wurde sie umfangreich umgebaut und besteht heute aus einer Kernburg (Torhaus, Wohnturm, Zwischenbau und Fürstenhaus), einem Bergfried, einer Doppelkapelle, einer Küchenmeisterei und einer Ringmauer. Ein erstes Museum entstand 1935. Existenzgefährdend wirkte die Schließung der Anlage von 1970 bis 1989. Ab 1990 gelang es dann durch staatliches und privates Engagement die Neuenburg wieder Besuchern zugänglich zu machen.

Der Leipziger Zoo

ライプチッヒの動物園

Ich vermute mal, dass einem Großteil der Leser hier der Leipziger Zoo durch die Sendung „Elefant, Tiger & Co“ bekannt ist.  Wenn ich so die Jahre zurückblicke, war ich immer nur in großen Abständen dort, da er früher noch nicht so interessant gestaltet war wie jetzt. Ich war heute im Zoo und habe die große Baustelle der 35m hohen Halle für das Gondwanaland gesehen, die in der Sendung teilweise schon zu sehen war. Sie ist wirklich immens groß und ich befürchte, dass sich die Eintrittspreise schlagartig nach der Fertigstellung erhöhen werden. Im Moment kosten Erwachsene 13,00 €, Kinder (4 bis 14 Jahre) 9,00 € und Ermäßigungsberechtigte 11,00 €.
Im Großen und Ganzen gefällt mir der Zoo, was wohl ebenfalls durch die Sendung beeinflusst wurde, allerdings auch die Besuche, die ich schon als Kind gemacht habe.

Der Leipziger Zoo verfolgt seit 2000 das Konzept „Zoo der Zukunft“, was bis 2014 eine Umgestaltung in sechs Themenbereiche vorsieht (Asien, Afrika, Pongoland, Gondwanaland, Südamerika, Gründer-Garten). Bis heute wurden die ersten drei Bereiche schon umgesetzt und 2007 mit dem Bau von Gondwanaland begonnen, das 2011 fertig gestellt werden soll.

Hier ein paar Daten des Zoos:

Eröffnung: 09.06.1878
Größe: ca. 26 Hektar
Tierarten: ca. 840 Arten
Individuen: 6600 Tiere (inkl. Aquarium)

Ich kann einen Besuch des Zoos nur empfehlen.

Burg Roßlau

ロッスラウ城

Wo wir schon mal bei Burgen sind, geht es heute damit weiter, denn ich war auf der Burg Roßlau. Sie befindet sich 55km südöstlich von Magdeburg im Stadtteil Roßlau des Ortes Dessau-Roßlau. Die Burg wurde als Wasserburg erbaut und ihre ältesten Teile stammen aus dem 12. Jahrhundert. Bis zum 16. Jh. wurde sie ausgebaut und erwartet, verlor aber im 17. Jh. an Bedeutung, bis Fürst Heinrich von Köthen Mitte 19. Jh. Interesse an ihr fand und sie sanieren ließ. Bis 1870 diente die Wasserburg als Revierförsterei, doch dann brannte sie vollständig aus. Erst 1923 wurden wieder Wohnungen eingerichtet, die bis 1986 genutzt wurden. Nun wird die Burg nicht mehr genutzt und sie ist denkmalgeschützt. In den Sommermonaten dient sie als Platz für Open-Air-Konzerte.

Vom 30.4.-2.5.2010 fand auf ihrem Gelände ein Mittelalterspektakel zur Walpurgisnacht statt. Das war auch der Grund, warum ich hingefahren bin. Allerdings fing es am Nachmittag zu regnen an, darum bin ich nicht so lange geblieben. Dennoch war der Markt sehr schön gestaltet. Ich gehe sehr gerne zu solchen Veranstaltungen.