In den Südharz

ハルツ山地へ

Diese Hitzewelle, die gerade über Deutschland zieht, ist wirklich nicht zum Aushalten. Seit gestern zeigt mein Thermometer, das im Schatten hängt, Spitzenwerte um die 31°C. Um der Wärme irgendwie zu entkommen, bin ich gestern mit meinem Vater in den Harz gefahren. Dort war es wesentlich kühler. Da war ich doch schon froh, dass es nicht so weit bis zu unserem Mittelgebirge ist.

Wir brachen gegen Mittag nach Stolberg auf. Das ist eine kleine aber sehr schöne Stadt (selbst wenn sie nur annähernd 1400 Einwohner hat) im Südharz, und ein Luftkurort. Besonderes Markenzeichen des Ortes sind die vielen Fachwerkhäuser im Renaissancestil. Zuvor hatte ich soviel Fachwerk nur in Wernigerode, Quedlinburg und in Rothenburg ob der Tauber gesehen. Sehenswert ist auch das Schloss Stolberg, das aber seit 2002 restauriert wird und dadurch nicht besichtigt werden kann. Sehr interessant fand ich auch das Rathaus aus dem Jahre 1454, das über kein Treppenhaus verfügt und dennoch drei Stockwerke aufragt. Die Angestellten erreichen ihre Büroräume nur über eine Außentreppe an der rechten Seite. Diese führt wiederum hinauf zur spätgotischen St.-Martini-Kirche. Nein, das hat nichts mit dem gleichnamigen Cocktail zu tun. 😉 In dieser Kirche hat auch Martin-Luther gepredigt.

Auf jeden Fall gibt es aber für alle Sammlerfreunde viele kleine Souvenirläden, wo man sich Ansichtskarten, Schnapsgläser mit Stolbergaufdrucken und Zinnbecherchen kaufen kann.

Wegen des schönen Wetters waren gestern viele Motorradfahrer im Ort und man konnte eine Unmenge von Bikes bestaunen.

Wir sind jedoch nicht lange bei den überfüllten Restaurants und dicht befahrenen, engen Straßen geblieben, sondern ein wenig in den Ort hineingelaufen, bis wir den höher gelegenen Friedhof fanden und von hier einen Blick über Stolberg erhielten. Jetzt konnten wir sehen, dass es in einem Talkessel umgeben von Wald liegt und zu allen Seiten Hügel aufragen. Ich kann einen Ausflug nach Stolberg nur empfehlen. Es ist wirklich malerisch gelegen.

Von Stolberg sind wir dann zum nicht allzu weit entfernten Josephskreuz gefahren. Das ist ein 38m hoher Aussichtsturm auf dem 579m hohen Großen Auerberg. Vom Parkplatz läuft man etwa 20-30min durch den Wald. Da war die Hitze auch erträglicher, und wir haben unterwegs wilde Himbeeren und Brombeeren pflücken können.

Oben auf dem Berg begegneten uns wieder Biker und ein Restaurant, sowie die lindgrüne, imposante Stahlkonstruktion des Aussichtsturmes. Er soll das größte eiserne Doppelkreuz der Welt sein!

Es wurde 1896 aus 123 Tonnen Eisen erbaut, 2003 saniert, und wird mit 100.000 Nieten zusammengehalten. Für ein kleines Entgelt sind wir natürlich hinaufgestiegen. Schließlich erhofften wir uns oben eine tolle Aussicht und Wind, der uns etwas abkühlen konnte. Nach 200 Stufen, die sich schraubenförmig nach oben gefunden hatten und unterwegs schon den Nicht-Schwindelfreien leichte Orientierungsschwierigkeiten bereiteten, kamen wir oben an und hatten eine herrliche Aussicht über den Südharz.

Der Brocken war leider in einer Dunstglocke verschwunden. Wahrscheinlich lag das an der Hitze und den vergangenen Regenwochen, die die Wälder feucht gemacht hatten. Windig war es jedenfalls und wir blieben eine ganze Weile oben, amüsierten uns über die Nicht-Schwindelfreien, die behaupteten, der Turm würde wackeln, aber ich habe nichts davon gemerkt. Der Wind hat mir viel zu angenehm ins Gesicht geblasen als dass ich mich darauf hätte konzentrieren können. Und mal ehrlich, wäre der Turm nicht sicher würden sie niemanden hinaufsteigen lassen.

Als wir wieder hinuntergeklettert waren, kam uns auf dem Rückweg ein großer Reisebus mit Senioren entgegengefahren. Wären wir nur eine halbe Stunde später angekommen, hätten wir die Aussicht gar nicht mehr in aller Stille genießen können, weil es auf der Plattform viel zu voll gewesen wäre. Also hatten wir richtiges Glück. Heiß war es aber immer noch.

Am späten Nachmittag sind wir dann wieder nach Hause gefahren und ich war richtig froh, diesen schönen Ausflug vor meiner Abreise gemacht zu haben.

Wer sich mehr über Stolberg und das Josephskreuz informieren möchte, besucht am besten die Homepage der Stadt Stolberg.

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