Silvesterurlaub

Holidays over New Year’s Eve

Die Weiterreise nach Deutschland verlief auch nicht ganz glatt ab. Mein Flieger ging am Morgen und kaum war ich durch die Sicherheitskontrolle durch, stand an der Fluganzeige dran, dass meine Maschine eine Stunde später fliegen sollte. So ganz beunruhigt war ich nicht, da ich bei meinem Flug nach Köln nicht nochmal umsteigen musste, aber trotzdem wartete meine Mutti ja dort auf mich und sie war längst in Köln, als ich ihr meine Verspätung mitteilte. Etwa eine halbe Stunde vor Boarding änderte sich die Anzeige auf nur eine halbe Stunde Verspätung, sodass ich dann doch nicht so spät in Köln landete, denn sehr oft holen die Flugzeuge auf dem Flug nach Deutschland zwanzig Minuten wieder auf.
Dieser Urlaub war bis zum 5. Januar geplant, wobei ich mit meiner Mutti Silvester und Neujahr in Köln verbrachte. Ich war noch nie in Köln gewesen, daher war es sehr interessant für mich zur Nachweihnachtszeit die Stadt und den Dom zu sehen. Wir wohnten nur wenige Schritte vom Rhein und der Innenstadt entfernt in einem sehr guten Hotel. Nach Silvester flogen wir dann wieder nach Hause, wo ich meine Großeltern und meinen Papa besuchte. Leider war der ganze Urlaub viel zu kurz, aber ich sollte sie alle Ostern wiedersehen. Die Tage wurden akribisch gezählt. 😀

 

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Der Stand der Dinge

状況

Willkommen im neuen Jahr!

Ja, ich weiß, es sind schon zwei Monate vergangen, dass ich hier was geschrieben habe. Eigentlich sollten Artikel zu Weihnachten und Silvester hineinkommen, aber aufgrund von unerwarteten Veränderungen habe ich das nicht getan. Hier wird jetzt nur ein kurzer Abriss der letzten Wochen niedergeschrieben.

Ich habe im Oktober vom Magister zum Bachelor wechseln können, da der Magister im Wintersemester 2011/12 ausläuft und all jene, die dann nicht fertig sind oder gewechselt haben, rausgeworfen werden. Nun, die ganze Umschreibung fing schon im letzten Winter bei mir an und da wusste ich noch nicht von dieser Regelung. Ein ganzes Jahr dauerte es, bis ich mich endlich Student im Bachelorstudiengang nennen konnte. Ich will auch diesen Frühling fertig werden. Das ist der Grund, warum ich gewechselt habe. Es wird schon zu lange studiert. Wer studiert, kann vielleicht nachvollziehen, wie viel Bürokratie einem im Weg stehen kann, wenn es um Formblätter und verpennte Dozenten geht.

Naja, jetzt bereite ich meine Abschlussarbeit vor. Die sogenannte Thesis. Nächste Woche werde ich mit meinem Gutachter das Thema besprechen und dem Prüfungsamt das entsprechende Antragsformular vorlegen. Dann geht’s los mit Lesen und Schreiben. Zum Glück müssen es nur etwa 30 Seiten sein. Eine mündliche Prüfung gibt’s nicht. Ich brauche auch nur in einem Fach die Prüfung ablegen. Bei der Magisterprüfung hätte ich in meinen beiden Hauptfächern schriftliche und mündliche Leistungen abliefern müssen.

Weihnachten habe ich mit meiner Familie verbracht, und meine geplante Silvesterparty fiel leider wegen Krankheitsfall völlig ins Wasser. Da wollte ich mal mit Freunden feiern, weil ich sonst immer mit meiner Familie feiere, und dann passiert sowas. War wohl ein schlechtes Omen.
Ich hoffe aber, meine Leser sind gut ins neue Jahr gekommen. 🙂

So, das war dann erstmal wieder ein Lebenszeichen von mir und der jetzige Stand der Dinge. Ich werde wohl bald noch beschäftigter wegen der Abschlussarbeit sein, aber ich möchte wieder hier vorbeikommen. 🙂

Merry Christmas and a Happy New Year

クリスマスおめでとう。新年おめでとう。

Merry Christmas everybody and later on a Happy New Year. Enjoy the festive days. We’re going to start a new decade.
I’ll be back next year.

Ich wünsche allen einen wunderschönen Heiligabend und erholsame Fest- und Ferientage.
Natürlich auch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Feiert ausgelassen, denn wir beginnen eine neue Dekade.
Ich verbringe Weihnachten und Silvester mit meiner Familie.
Ich melde mich im neuen Jahr wieder.

Silvester und Neujahr

大みそかとお正月

Zum zweiten Mal in meinem Leben habe ich nun einen Jahreswechsel in einem fremden Land erlebt und im Großen und Ganzen war es ganz okay.

Da aber Christoph nicht da war, habe ich die Zeit mit Azusa und den Kindern verbracht. Silvester ist gewöhnlicherweise ein Fest der Familie und ich bin mir sicher, dass jede es ein wenig anders feiert, mit Silvestergirlanden und Konfetti und Sekt. Mein Silvester war allerdings etwas anders. Zum Abendessen gab es traditionell Soba, die man schön schlürfen muss und ja nicht abbeißen sollte, da sie für langes Leben stehen und man sein Leben ja nicht verkürzen möchte. Dazu haben wir ein Käsefondue und einen leckeren Tomaten-Gurkensalat gegessen. Die Kinder wurden danach wie üblich ins Bett gesteckt und wir Frauen haben dann über das Radio einer Live-Silvestershow gelauscht, in der sogar Enya aufgetreten ist. Genau die Enya, deren Lied „Only Time“ für die Trauer um den Einsturz des World Trade Centers im Fernsehen gespielt wurde.
Leider haben wir nicht bis Mitternacht gewartet und mit Sekt oder Wein angestoßen, da Azusa sehr müde war (ist sie meistens wegen der Kinder) und halb zehn ins Bett gegangen ist. Ich war dann noch bis Mitternacht wach, habe gelesen und mich dann ans Fenster gesetzt und darauf gewartet, bis es 0 Uhr war, um das Schlagen der Schreinglocken zu hören. 108-mal schlagen sie; für die 108 irdischen Sehnsüchte stehend, die dem Menschen angeblich Leid bereiten.

Der Neujahrsmorgen war dann verglichen mit dem Silvesterabend schöner. Wir haben traditionell Reiswein ( sake) zum Frühstück getrunken (die Kinder natürlich nicht), in Reisessig eingelegtes Gemüse (お膾 o-namasu) und die traditionelle Neujahrssuppe (お雑煮 o-zôni) gegessen, deren Zutaten regionabhängig variieren. Bei uns war alles in weiß-rot gehalten. Also weiß-rote Fischpastete (蒲鉾 kamaboko), weißer Reiskuchen ( mochi), weißes Hühnerfleisch, roter Lachsrogen (イクラ ikura) und Gemüse. Dazu haben wir Grüntee (お茶 o-cha) getrunken, bei dem man sich immer zweimal nachgießt, weil es sonst Unglück bringt.
Ab Neujahr benutzt man die extra käuflich zu erwerbenden Essstäbchen, die man bis zum 3.1. für das Essen der traditionellen Gerichte (御節料理 o-sechi-ryôri) verwendet. Man wäscht sie nicht ab (also immer gut mit dem Mund sGlückspfeileäubern). Außerdem darf man bis Mittag nichts schneiden, sonst bringt es auch Unglück. Sollte man also wirklich was schneiden, macht man das einen Abend vorher oder wartet bis Mittag.
Nach dem Frühstück sind wir in einen nahegelegenen Schrein gegangen. Den ersten Gang zum Schrein oder Tempel nennt man hatsumode (初詣). Schließlich wollte ich gerne sehen, was Japaner traditionell machen. Es gab viele Menschen, die dort die Glocke geläutet haben, um zu beten, dann wiederum welche, die an den Verkaufsständen süßen Reiswein (甘酒 amazake) gekauft haben (der echt fürchterlich schmeckt), und welche, die Glückspfeile gekauft haben. Auf dem Weg zum Tempel sind wir an vielen Häusern vorbeigekommen, die Neujahrsschmuck (門松 kadomatsu) an den Türen hatten. Sogar Autokennzeichen waren geschmückt. Neujahrsschmuck
An den drei Neujahrsfeiertagen (1.-3. Januar) schreiben Japaner auch Unmengen von Neujahrskarten (年賀状 nengajô) an Verwandte, Freunde usw. und ich glaube, wir haben an einem Tag fast dreißig Karten auf einmal bekommen. Dieses Jahr ist das Jahr des Ochsen (うし ushi), darum sind auch jetzt viele Karten mit einem kleinen Ochsen bedruckt.
Zum Abendessen waren wir bei Azusas Eltern eingeladen. Höflich begrüßte man uns mitakemashite omedetô gozaimasu (あけましておめでとうございます), was wörtlich so viel wie „das neue Jahr beginnt“, also „Frohes neues Jahr“ bedeutet. Wie schon zur Weihnachtsfeier hatten die Eltern alles Mögliche aufgetafelt. Es gab Sake, Krabbe (カニ kani), Schinken, in Miso eingelegtes Schweinefleisch, marinierten Lachs, gesüßte schwarze Bohnen (黒豆 kuromame), Shiitake-Pilz (シイタケ), Ginkgosamen (いちょう ichô), süßer Kartoffelbrei mit Esskastanien (栗金とん kurikinton) und eine klare Brühe (お吸い 物 o-suimono), die aus dem Küchenkraut Mitsuba (ミツバ), Tofu (豆腐), Yuba (ゆば), Seitan (), Jamswurzel (ヤマノイモ yamanoimo) und Somen (素麺 sômen) bestand. Ich hoffe, ich habe euch jetzt nicht alle mit den ganzen Kanji erschlagen. Ich war nur sehr fleißig und habe alles mit Hilfe meiner Gastmutter notiert, damit ich es nicht vergesse.
Am Ende war ich so vollgefuttert, dass ich am nächsten Morgen Magenkrämpfe hatte, aber wozu gibt es Kamillentee und Paracetamol? ^^