Rye und Camber Sands

Ein wunderschöner letzter Maitag 2014 löste den Wunsch in mir aus, einen passablen Sandstrand aufzusuchen. Ein Blick ins Internet ließ die Wahl auf Rye und Camber Sands fallen. Rye ist eine Kleinstadt in East Sussex im Südosten Englands und eine vielbesuchte Touristenattraktion, deren Stadtkern mittelalterlich geprägt ist. Vom Bahnhof St. Pancras braucht man nur eine anderthalb Stunde um dorthin zu gelangen. Innerhalb von 10 min gelangt man von Rye mit dem Bus ins Nachbardorf Camber, das direkt am Ärmelkanal liegt und einen langen Sandstrand hat, dessen vorgelagerte Dünen so hoch wie jene in der Normandie sind und auch zu militärischen Übungen im zweiten Weltkrieg dienten. Stark von Ebbe und Flut beeinflusst, ist es möglich bei Niedrigwasser sehr, sehr weit hinauszulaufen. Der Sandstrand ist sehr schön und gefällt mir bis jetzt am meisten von denen, die ich in England gefunden habe. Zahlreiche Filme wurden hier auch schon gedreht, erst kürzlich „The Invisible Woman“, „Monuments Men“ und „Die Entdeckung der Unendlichkeit“.

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Summer Bank Holiday

Erneut gab es wieder einen Bank Holiday, diesmal am 26. August, den ich mit einem Wochenendausflug nach Lowestoft ausfüllte. Ich buchte mir in besagtem Ort an der Ostküste Englands in der Grafschaft Suffolk ein B&B, das direkt am Meer lag. Lowestoft selbst besticht nicht wirklich durch Schönheit, aber mir gefiel die Lage des B&Bs, von dessen Fenster man direkt aufs Meer sehen konnte, und im Allgemeinen hab ich einen starken Hang zum Meer. Etwas das nicht so schön war und worauf mich die Besitzer hätten hinweisen sollen, war der Pub einige hundert Meter weiter, von dem dann nachts die betrunkenen Gäste laut singend und gröhlend am Haus vorbeiströmten. Ansonsten war „Wavecrest Guest House“ nur 10min vom Bahnhof und der Innenstadt und 3min vom Strand entfernt und bot eine zufriedenstellende Unterkunft. Das Wetter hielt sich auch einigermaßen gut, was dann keinen Regen bedeutete. Ich erkundete den Ort nach meiner Ankunft und stöberte später durch die Touristenprospekte im Haus um die nächsten Tage zu planen.

Für den zweiten Tag entschied ich mich für Great Yarmouth im Norden, wohin mich der Bus brachte, und für den dritten Tag für Southwold im Süden. Eine sehr typische Attraktion in Großbritannien scheinen die Rummelplätze und Spielhallen zu seien. Letztere hatten mich immer ein wenig abgeschreckt, aber diesmal ging ich hinein, um zu sehen, was man dort so spielen kann, weil ich auch Eltern mit Kindern hineingehen sah. Hauptsächlich gibt es Glücksspiele, wo man nur 5- oder 10-Pence Münzen verspielt, um was zu gewinnen. Ich versuchte auch mein Glück und gewann an einem Automaten einen hübschen Taschenanhänger. Greath Yarmouth hat einen schönen Sandstrand, und bietet das typisch britische Eselreiten und Pferdekutschfahrten an. Mit dem Bus brauchte ich etwa 50min von Lowestoft, aber zur Entschädigung für die lange Fahrt bekam ich die schöne Landschaft zu sehen.

Das südlicher gelegene Southwold kann ich nur empfehlen. Es ist nicht so weit weg wie Greath Yarmouth und auch viel kleiner. Es hat einen sehr schönen Strand und eine hübsche kleine Innenstadt mit vielen kleinen Geschäften, die für jeden was bieten.

Margate

Mit dem gleichen Schnellzug, der mich eine Woche vorher nach Canterbury brachte, fuhr ich mit Miriam zwei Wochenenden später nach Margate, einem Küstenort an der Nordsee. Die Stadt selbst ist leider nicht besonders sehenswert, hat sie doch nur einen kleinen Altstadtteil. Vom Bahnhof fällt man fast ins Wasser, na ja, es sind etwa 5min Fußweg. Der Strand war hoffnungslos mit Badegästen überfüllt und war somit nicht sehr einladend. Wir machten nur einen kleinen Abstecher in die Stadt und zogen dann nach Westen am Strand entlang weiter, um einen ruhigeren Platz zu finden. Nach einigen Biegungen ließen wir den Musikpegel, den die Badegäste mit sich brachten, hinter uns und fanden einen ruhigeren Strandabschnitt, wo wir Muscheln sammelten und unsere Füße ins Wasser tauchten, um Abkühlung zu finden. Da der Strand verglichen mit Brighton und Hastings sandig war, machte es umso mehr Spaß mit den Zehen durch das Wasser zu waten.