Weihnachtsurlaub

Christmas holidays

Nachdem der ganze Stress vorbei war, freute ich mich auf meinen Weihnachtsurlaub bei meiner Familie. Ich besuchte erst meinen Vater und seine Partnerin und dann fuhr ich zu meiner Mutter nach Hause um dort die nächsten Tage zu verbringen. Weihnachten war wieder die übliche Affäre mit meinen Großeltern und da es immer ein wenig angespannt zugeht, freute ich mich einen Tag später in ein Flugzeug nach Wien einzusteigen. Der Flug ging spät und wir kamen sehr spät in unserem Hotel im Norden der Stadt im Alsergrund an. Die Unterkunft war aber sehr gut und die Betten angenehm zum Schlafen. Frisch gestärkt erkundeten wir am nächsten Tag bei kalten Temperaturen die Innenstadt Wiens. Sehr hilfreich war dabei der Hop on, Hop off Bus. Wien ist zu einer meiner Lieblingsstädte geworden. Die Architektur ist umwerfend und die Wiener sind sehr nette Leute. Wir haben gutbürgerliche Küche gegessen und die meisten Sehenswürdigkeiten gesehen. Leider war das Schloss Schönbrunn so überlaufen, dass wir dort keine Eintrittskarten mehr bekommen haben. Im Sommer ist es aber sicher schön dort. Irgendwann hole ich das nach. Sehr schön war auch, dass es schneite, als wir dort waren. Weihnachten und Schnee gehören einfach zusammen. 🙂

Wir feierten meinen Geburtstag auch dort – Wien war mein Geburtstagsgeschenk – und kehrten wenige Tage vor Silvester wieder nach Deutschland zurück.
Die Silvestertage verbrachten wir beide dann bei meiner Tante und meiner kleinen Cousine, die ich auch nur einmal im Jahr (wenn überhaupt) sehe.
Am 3. Januar flog ich nach einem schönen Urlaub wieder nach London zurück, und wie immer fiel mir der Abschied schwer. Allerdings freute ich mich auf meinen neuen Job, mein neues Zuhause und viel Arbeit.

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Weihnachtsurlaub in Schottland

Christmas holidays in Scotland

Anlässlich Weihnachtens und meines Geburtstages schenkte ich mir eine Schottlandreise. Ich buchte mir in Edinburgh ein günstiges Zimmer in einem Gasthaus nahe des Schlosses und erhoffte mir eine schöne Zeit.

23.12.
Mein Zug ging am Morgen von King’s Cross und erreichte gegen Mittag Edinburgh. Das Schöne an der Fahrt war, dass ich nicht umsteigen musste und es insgesamt nur vier Stunden dauerte. Ich hatte mich sehr auf diese Fahrt gefreut, da sie mich der typischen Harry-Potter-Reise näher brachte. Verglichen mit London war Edinburgh natürlich kälter, aber nicht allzu sehr. Vom Bahnhof lief ich etwa fünfzehn Minuten. In der Unterkunft angekommen, wechselte ich in ein anderes Zimmer, da mir das Hinterhofzimmer, das zwar ruhig war, einfach zu dunkel war. Schließlich goss es draußen in Strömen und das bisschen Licht war nicht genug, um gute Laune zu verbreiten. In meinem neuen Zimmer namens „Bluebell“ hatte ich ein großes Fenster, ein bequemes Bett, einen Kleiderschrank, einen Schreibtisch und ein Waschbecken, sowie den Blick zum Schloss. Sehr schön!
Ich erkundete noch ein wenig die Stadt und suchte mir ein Restaurant, bevor ich wieder zurückging und mir eine Bustour in die Lowlands von der Unterkunft aus buchen ließ.
Zu dieser Zeit war Großbritannien leider einigen sehr heftigen Wetterkapriolen ausgesetzt, sodass die Tour in die Highlands nicht angeboten wurde.
Am Abend lag ich dann in meinem Bett und realisierte, dass meine Dielen knarrten, wenn sich Leute im Nachbarzimmer bewegten. Das fand ich nicht so prickelnd, aber das kommt eben mit alten Häusern, die zu Gästehäusern umgebaut werden. Und gerade dieses Haus war einst das Wohnhaus des schottischen Schriftstellers Kenneth Grahame gewesen, der das berühmte Kinderbuch „Der Wind in den Weiden“ geschrieben hatte.

24.12.
Meine Bustour ging 9 Uhr los und steuerte sogleich Glasgow an. Das Wetter begann sonnig und kalt und in Glasgow machten wir einen kleinen Stopp und dann eine kurze Busrundreise, bevor es weiter zum Loch Lomond ging. Loch Lomond ist der größte See Großbritanniens. Hier stürmte es ganz schön, aber für Besucher war am Ufer ein Besucherzentrum errichtet worden, wo man Souveniere einkaufen konnte. Ich deckte mich hier mit Süßigkeiten ein und machte ein paar Fotos, bevor ich in den Bus zurückhechtete. Der Wind war wirklich nicht angenehm. Es gab recht viele Reisende auf dieser Tour in unserem Bus, die aus aller Herren Länder kamen. Ich war die einzige Deutsche und die Einzige aus London und Großbritannien. Aberfoyle war unser nächstes Ziel, ein kleiner Ort am Rande der Lowlands. Hier machten wir Mittagspause und ich kehrte in ein uriges Lokal ein, wo ich mir den Bauch vollschlug. Danach machte ich noch einen Abstecher in die Wollfabrik, wo man zu guten Preisen Kaschmir- und Wollprodukte erstehen konnte. Das, was ich jedoch wollte – einen Bettüberwurf – war einfach zu teuer.
Von hier fuhr der Bus in die Lowlands rein. Es folgte eine wunderschöne, atemberaubende und ergreifende Fahrt in die Natur Schottlands. Alle im Bus hielten den Atem an, als wir die Highlands in der Ferne mit schneebedeckten Wipfeln sehen konnten. Leider regnete es nun und die Fensterscheiben des Busses ermöglichten nur schlechte Bilder. Wir schlängelten uns über schmale Straßen die Hügel rauf und runter und machten einen Stop am Loch Achray, wo es zwei Hotels gibt, die sich aber so in die Landschaft schmiegen, dass sie kaum auffallen. So einige Leute haben dort ihre Häuser an die schönsten Ecken gestellt, dass man ins Schwärmen kommt.
Der letzte Stopp der Rundreise war ein Abstecher zum Stirling Castle. Es steht wie die meisten Burgen auf einem Berg, der über einem Fluss thront. Aufgrund dieser Lage wurde sie mehrmals belagert und angegriffen. Von 1100 bis 1685 war Stirling Castle Hauptresidenz der schottischen Könige. Die meisten Gebäude, die noch erhalten sind, stammen aus der Zeit von 1496 bis 1583, als das Schloss unter den schottischen Königen James IV., James V. und James VI. sowie unter der Witwe des Königs James V., Marie de Guise, markant ausgebaut wurde. Weiterhin wurde hier Mary Stewart – Tochter von James V., der wiederum Sohn von Margaret Tudor, der älteren Schwester Henry VIII. war – sechs Tage nach ihrer Geburt zur Königin gekrönt und ihr späterer Sohn James VI. getauft.
Die Rundfahrt endete in Sturm und Regen gegen 18 Uhr.

25.12.
Der 1. Weihnachtstag in Großbritannien ist wie in Deutschland ein Feiertag, wo weder Geschäfte, Museen oder Restaurants offen haben. Ich hatte mich ein wenig mit Essen eingedeckt, sodass ich nicht in Bedrängnis mit Hunger kam, und entschied mich lange auszuschlafen und die letzte halbe Stunde des Frühstücks im Speiseraum abzupassen. Aufgrund des Feiertags war das nämlich auch etwas später. Das Wetter sah sehr vielversprechend mit blauem Himmel aus, darum entschied ich mich, die leere Stadt zu erkunden. Meine Füße trugen mich weit in den Osten der Stadt, vorbei an wenigen geöffneten Restaurants (das erstaunte mich) und menschenleeren Gassen.
Ich entschied mich kurzerhand den 251m hohen Hausberg der Stadt – Arthur’s Seat – zu besteigen, was sich bald aufgrund des sehr frischen Windes als ungünstige Entscheidung erwies. Statt jedoch umzukehren, ging ich einfach weiter, jedoch nicht bis nach oben, sondern an der Windschattenseite des Berges vorbei, bis ich wieder in der Stadt war. Meine Füße qualmten danach.
Das chinesische Restaurant gegenüber meiner Pension hatte ebenfalls geöffnet und so nahm ich dort mein Abendessen ein, samt blauer Weihnachtskrone, die man aus einem Weihnachtsknallbonbons herauszog. Eine typisch englische Tradition.

26.12.
Der 2. Weihnachtstag ist zwar auch ein Feiertag in Großbritannien, allerdings haben die Geschäfte wieder auf. Ich entschied mich anlässlich meines Geburtstages für eine Stadtrundfahrt mit einem der Hop-on, Hop-off Busse, die es weltweit in den Metropolen gibt.

27.12.
Diesen Tag werde ich nicht so schnell vergessen, denn er wurde einer der verrücktesten, die ich je hier erlebt habe.
Seit den letzten zwei Wochen hatte es sehr schlechtes Wetter in ganz Großbritannien gegeben und auch in Schottland spürte man was davon. Meine Rückfahrt sollte gegen 11 Uhr vom Hauptbahnhof abgehen und mich innerhalb von etwa 4 Stunden nach London bringen, sodass ich gegen 16 Uhr in St. Pancras ankäme. So kam es aber nicht. Das Ganze lief TOTAL anders ab. Jetzt kann ich drüber lachen, weil es hinter mir liegt, aber zu der Zeit war es GAR NICHT lustig.

Am Anfang ging alles noch gut. Ich frühstückte gegen 8.30 Uhr und checkte halb 10 aus meinem Gasthaus aus. Das Wetter war nieselig und windig und kaaaalt. Wie man sich vorstellen kann, freute ich mich auf einen warmen Zug, wo ich 1. Klasse bezahlt hatte. Pünktlich fuhr er ab und ich hielt noch einen Schwatz mit meiner Mutter am Telefon, bis das Telefonat abrupt abbrach. Ich dachte mir nur so: „Fängt ja gut an.“
Um mir die Fahrzeit angenehm zu gestalten, holte ich mein Tablet raus und schaute mir die Zugreise im Internet an, nur um zu sehen, ob es Störungen gäbe, da man davor gewarnt hatte. Bis zu dem Moment war ich noch guter Dinge… bis sich die Website lud. Die Seite hätte nicht röter sein können mit Warnungen und sogleich hörten wir alle die Durchsage im Zug, dass aufgrund technischer Probleme wegen des stürmischen Wetters der Zug nur bis Carlisle führe und von da an nur noch Schienenersatzverkehr ginge. Carlisle liegt kurz hinter der schottischen Grenze und ist etwa 80min von Edinburgh entfernt. Wir waren natürlich nicht die einzigen Reisenden, die in Carlisle strandeten. Der Bahnhof war so was von überfüllt und keiner hatte eine Ahnung, wo der Schienenersatzverkehr abfahren sollte, da die Ausschilderung katastrophal bis nicht vorhanden war. Ausnutzend, dass ich so klein bin, drückte ich mich an zahlreichen Menschen mit meinem Koffer vorbei und schlug mich bis zu einer vielversprechenden Warteschlange durch, die sich als die richtige erwies. Nur schleppend wurde sie kürzer und als ich dann an Bahnhofspersonal herankam und fragen konnte, was los war, erfuhr ich, dass auf der Strecke zwischen Carlisle und Preston der Wind die Stromgleise zerrissen hatte und es somit keine Zugverbindung gab. Von Preston würden dann Züge nach London weitergehen.

Gut, das klang ja okay, denn es gab Busse, die uns nach Preston mitnahmen, was eine anderthalb Stunde weiter südlich lag. Letzendlich saß ich in einem Bus nach Preston. Ich will nie wieder in so einem Bus sitzen müssen, wenn es stürmt… jedenfalls so stark wie es an dem Tag stürmte und regnete. Ich will nicht übertreiben, aber als wir auf der Autobahn fuhren – nein, der Bus fuhr bei 45 km/h Wind nicht langsamer – schwankte der Bus ganz schön hin und her und das Abdeckdach über der Klimaanlage machte sich mit einem richtig lauten Knall selbstständig. Es flog nicht weg… aber fast. Auf jeden Fall klapperte es immer richtig laut und der Bus wurde kälter. Aufgrunddessen fuhren wir nur noch Schritt. Auf etwa der Hälfte der Strecke fuhr der Bus von der Autobahn runter und nach 10min kam ein Ersatzbus. Das war ja ganz gut, aber wir waren 54 Fahrgäste und der Ersatzbus hatte nur 41 Sitzplätze. Wie blöd war das denn organisiert? Als ich das mitbekam, sprang ich nur noch auf und kämpfte mich nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ zu dem anderen Bus vor. Ich schnappte mir meinen Koffer, stellte ihn eigenhändig in den anderen Kofferraum und ergatterte mir einen Sitz. Mir taten ein wenig die Mütter mit Kindern Leid, aber die hatten sich ganz hinten im ersten Bus hingesetzt, sodass ihnen das jetzt zum Verhängnis wurde. Ich sah in keiner Weise das Prinzip „Kinder und Frauen zuerst“ unter den anderen Fahrgästen. Hatte ich auch nicht erwartet. In dem Moment war sich jeder selbst der Nächste.

So fuhr der zweite Bus vollbesetzt weiter nach Preston, während die restlichen 13 (welch unglückliche Zahl) auf einen anderen Bus warteten. Mit reichlicher Verspätung kamen wir dann in Preston an, wo vor dem Bahnhof ein Buschaos herrschte. Der Anblick der überfüllten Bahnsteige und der Anzeigetafeln für die Züge verschlug mir den Atem. MENSCHENMASSEN ist untertrieben. Man muss ein Wort neu hierfür erfinden. Die Züge hatten nicht 30 min oder 45 min Verspätung, nein, es waren glatte 90–120 min oder mehr. Seufzend ließ ich mich auf meinem Koffer auf dem richtigen Bahnsteig nieder, wo es nach London gehen sollte, und überlegte, ob ich in der Lage wäre, gleich mit dem ersten einfahrenden Zug mitzukommen, da ich auf den zweiten nochmal so lange warten müsste. Glücklicherweise fuhr der Zug nach fünfzehn Minuten ein. Man kann hier leider nicht auf den Informationstafeln einsehen, wo die Spitze des Zuges bei welchem Abschnitt ist, daher rannte ich nur noch los, als ich sah, dass ich am falschen Ende des Bahnsteigs war.

Der Zug war brechend voll. Das hatte ich noch nie gesehen. Ich kam mir vor wie in Indien, nur dass keiner auf dem Dach saß, was dort ja üblich ist. Menschen drängten sich an die Türen, wollten die Aussteigenden gar nicht rauslassen – was dann in Schubsen und Drängeln und Meckern ausartete; interessant dass die Engländer das auch können – und irgendwo dazwischen schaffte ich durchzuschlüpfen und mir einen Platz auf der Toilette zu sichern. Ha! Geschafft! Alles Weitere war mir egal. Ich saß in einem Zug nach London und hatte einen Platz. Da war es auch egal, dass ich nicht 1. Klasse fahren konnte. Mich ärgerte nur, dass ich so viel Geld dafür bezahlt hatte und dann so was dabei herauskam.
Im weiteren Verlauf der Reise wurde der Zug etwas leerer und ich fand Platz im Waggon. Mit mehr als drei Stunden Verspätung kam ich gegen 19.45 Uhr in London an und war eine knappe Dreiviertelstunde später endlich zu Hause. Gott sei Dank! Jetzt hoffte ich nur noch, dass meine Weiterreise am nächsten Tag nach Deutschland besser ginge.

Fröhliche Weihnachten

Merry Christmas

Ich bin seit gestern wieder zu Hause in Deutschland bei meiner Familie und werde Weihnachten und Silvester hier verbringen. Ich werde für meinen neuen Job im Januar zurückerwartet, was bedeutet, dass ich die Probezeit erfolgreich bestanden und nun den Job vollständig zugesagt bekommen habe. Welch eine Erleichterung und ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Demnächst werde ich noch einen Artikel veröffentlichen, der meine letzten Tage in London sowie meinen Umzug von Deutschland nach Großbritannien umfassen werden.

Ich wünsche euch allen einen fleißigen Weihnachtsmann und einen guten Rutsch ins Jahr 2013. 🙂

Fertig mit der Uni!

大学は出来上がった

Hallo, ich bin wieder zurück. Es hat ja lange genug gedauert, was? Ja, ein neues Design gibt es auch. (Es gibt drei verschiedene Farbvarianten und da jetzt Winter ist, wählte ich diese.) Ich wollte es nach drei Jahren endlich mal ändern. Außerdem passt es gut zu dem Abschluss einer Ära. Ich bin endlich mit dem Studium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg fertig! Ich habe meinen Bachelor of Arts in der Tasche und darf mich jetzt ins Berufsleben werfen. Ich dachte erst, ich würde mein Zeugnis gar nicht bekommen und ich sah meine siebenjährige Anstrengung, endlich einen akademischen Grad zu erhalten, den Bach hinuntergehen. Ja, sieben Jahre. Also, ich hatte erst mit Magister begonnen, aber im Herbst 2010 zum Bachelor gewechselt, weil ich mich auch gern im Ausland bewerben möchte und die dort mit einem Bachelor mehr anfangen können. Außerdem gab es noch ein paar andere für mich relevante Gründe, warum ich gewechselt habe.
Nach all den Jahren fühle ich mich, als könnte ich ein Buch über die Unizeit schreiben. Sie war nicht leicht. Man wird regelrecht dazu drangsaliert, selbstständig zu werden. Das ist positiv und negativ behaftet. Ich durfte mich mit Leuten herumschlagen, die keine Ahnung hatten, die keine Informationen rausrücken wollten, weil sie davon ausgingen, dass die Studenten alles zu wissen haben, oder Professoren, die seit Jahren im Clinch um die höchste Position im Institut kämpfen und jene Studenten aus ihren Kursen ausschließen, die zur jeweiligen „Konkurrenz“ in den Unterricht gehen. Lieblingsschüler, Schleimer, Besserwisser, Intriganten, Mimöschen… ja, all das gibt’s nicht nur in der Schule und ich wette, es setzt sich auch jenseits der Uni fort.

Ich habe hier eine kleine Story, die mir zehn Wochen ein paar graue Haare mehr und Nerven gekostet hat. Dabei setze ich jetzt mal voraus, dass die Leser ein bisschen was über den Bachelorstudiengang wissen.

Also, alles begann mit dem Wechsel zum Bachelor 90/90 Studiengang im Herbst 2010. Ich wurde dabei von der Studienberaterin meines Vertrauens begleitet, damit ich nichts vergesse und bereits erbrachte Leistungen im Magister für die neue Studienrichtung einbringen kann. Mir fehlten noch ein paar Kurse und die belegte ich dann noch im Sommer 2010. Mit einem Punktestand von 80/90 wechselte ich also in den Bachelor. Mir fehlten nur noch die letzten zehn Punkte, die mir meine Abschlussarbeit einbringen würde. Ich begann mit den Vorbereitungen im Dezember 2010. Ein halbes Jahr später war ich endlich mit der Arbeit fertig, reichte sie ein, ging mich noch mal wegen beruflicher Chancen und Uniabschluss in der Studienberatung beraten, wo man mir schließlich riet, dass ich mich doch jetzt ausschreiben könnte.
So gesagt getan. Ich habe mich exmatrikuliert und auf die Benotung gewartet, die nach genau 8 Wochen erfolgte. Ich war sehr zufrieden über die Note. Ich freute mich schon, dass es nicht mehr weit bis zu meinem Zeugnis war, aber es gingen Wochen ins Land. Nach zwei Wochen fragte ich im Prüfungsamt nach, wann ich es denn erhalte. Man teilte mir mit, es gäbe irgendwie ein technisches Problem mit dem Modulrechner. Okay, dachte ich mir, das kriegen die hoffentlich bald hin. Weitere Wochen später immer noch nichts. Tja, dann waren meine Ansprechpartner mal krank, Zeit verging, Nerven gingen flöten, dann schrieb man mir, ich müsse meine Bachelorarbeit auf einmal verteidigen, weil ich angeblich nach einer alten Studienordnung studiere. Frech teilte man mir mit, dass diese Verteidigung aber nur geht, wenn man noch immatrikuliert, also in der Uni eingeschrieben ist. Ich hatte fast einen Nervenzusammenbruch, da ich mein Zeugnis schon flöten sah, meldete mich bei meiner Studienberaterin, die mir versicherte, dass ich mein Zeugnis bekommen kann und ich nicht nach einer alten Studienordnung studiere, sondern nach einer neuen, wo man die Arbeit nicht mehr verteidigen muss. Ich mein‘, ich hatte ja schon die Note, warum sollte ich dann noch verteidigen? Insgesamt waren seit meiner Exmatrikulation schon zehn Wochen vergangen. Meine Studienberaterin legte sich ins Zeug, hielt Korrespondenz mit dem Prüfungsamt und brachte in Erfahrung, dass irgendwer mich falsch im Studienmodultechnikding eingetragen hatte, ich also nach denen angeblich seit 2008 Bachelor studierte, was nicht stimmte, da ich bloß Herbst 2010 schon automatisch ins 5. Semester wechselte. Demzufolge studierte ich auch Bachelor seit 2010 (nach einer neuen Studienordnung) und nicht 2008 (wo es die alte noch gab).
Nachdem meine Nerven fast am Boden waren, erhielt ich endlich Nachricht, dass ich meine volle Punktzahl 90/90 erreicht habe und mir mein Zeugnis abholen kann. Jetzt mach ich drei dicke Kreuze, dass ich fertig mit der Uni bin. XXX

Übrigens wünsche ich euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Der Stand der Dinge

状況

Willkommen im neuen Jahr!

Ja, ich weiß, es sind schon zwei Monate vergangen, dass ich hier was geschrieben habe. Eigentlich sollten Artikel zu Weihnachten und Silvester hineinkommen, aber aufgrund von unerwarteten Veränderungen habe ich das nicht getan. Hier wird jetzt nur ein kurzer Abriss der letzten Wochen niedergeschrieben.

Ich habe im Oktober vom Magister zum Bachelor wechseln können, da der Magister im Wintersemester 2011/12 ausläuft und all jene, die dann nicht fertig sind oder gewechselt haben, rausgeworfen werden. Nun, die ganze Umschreibung fing schon im letzten Winter bei mir an und da wusste ich noch nicht von dieser Regelung. Ein ganzes Jahr dauerte es, bis ich mich endlich Student im Bachelorstudiengang nennen konnte. Ich will auch diesen Frühling fertig werden. Das ist der Grund, warum ich gewechselt habe. Es wird schon zu lange studiert. Wer studiert, kann vielleicht nachvollziehen, wie viel Bürokratie einem im Weg stehen kann, wenn es um Formblätter und verpennte Dozenten geht.

Naja, jetzt bereite ich meine Abschlussarbeit vor. Die sogenannte Thesis. Nächste Woche werde ich mit meinem Gutachter das Thema besprechen und dem Prüfungsamt das entsprechende Antragsformular vorlegen. Dann geht’s los mit Lesen und Schreiben. Zum Glück müssen es nur etwa 30 Seiten sein. Eine mündliche Prüfung gibt’s nicht. Ich brauche auch nur in einem Fach die Prüfung ablegen. Bei der Magisterprüfung hätte ich in meinen beiden Hauptfächern schriftliche und mündliche Leistungen abliefern müssen.

Weihnachten habe ich mit meiner Familie verbracht, und meine geplante Silvesterparty fiel leider wegen Krankheitsfall völlig ins Wasser. Da wollte ich mal mit Freunden feiern, weil ich sonst immer mit meiner Familie feiere, und dann passiert sowas. War wohl ein schlechtes Omen.
Ich hoffe aber, meine Leser sind gut ins neue Jahr gekommen. 🙂

So, das war dann erstmal wieder ein Lebenszeichen von mir und der jetzige Stand der Dinge. Ich werde wohl bald noch beschäftigter wegen der Abschlussarbeit sein, aber ich möchte wieder hier vorbeikommen. 🙂

Merry Christmas and a Happy New Year

クリスマスおめでとう。新年おめでとう。

Merry Christmas everybody and later on a Happy New Year. Enjoy the festive days. We’re going to start a new decade.
I’ll be back next year.

Ich wünsche allen einen wunderschönen Heiligabend und erholsame Fest- und Ferientage.
Natürlich auch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Feiert ausgelassen, denn wir beginnen eine neue Dekade.
Ich verbringe Weihnachten und Silvester mit meiner Familie.
Ich melde mich im neuen Jahr wieder.

Weihnachten

クリスマス

Ja, Weihnachten wird auch in Japan gefeiert. Der Einfluss kommt dafür aus Amerika und darum sind die Bräuche die gleichen. Die Kinder bekommen ihre Geschenke am Morgen des 25. Dezembers.

Für Weihnachten hatten wir uns am 2. Dezember einen Weihnachtsbaum bei IKEA gekauft. Allerdings ist der nur einen Meter hoch. Wir haben ihn geschmückt, sogar einen Adventskalender auftreiben können und dann Weihnachten erwartet. Am 23. Dezember stieg dann eine kleine Weihnachtsfeier bei den Eltern meiner Gastmutter mit Freunden und ganz viel zu essen. Wir waren eine nette Runde von zwölf Personen und so viel wie ich an diesem Abend gegessen habe, habe ich noch nie gegessen. Es hat mir viel Spaß gemacht mit anderen Japanern zusammen zu sein, mit ihnen zu reden (auch wenn es nur holpernd voranging) und zu erfahren, was sie über Deutschland denken. Nach wie vor gibt es eine hohe Meinung.

Am 24. Dezember kamen dann die Großeltern zu uns, es gab ein leckeres Weihnachtsessen, deutsche Weihnachtsmusik (Vielen Dank an meinen Papa!), Kuchen usw. und am Abend haben wir dann die Geschenke ausgetauscht. Ich habe sogar von den Großeltern was bekommen. Das hat mich sehr erstaunt und ich war total glücklich, dass sie an mich gedacht hatten. Danach brachten wir die Kinder ins Bett und am Morgen des 25. haben die Kleinen noch eine Kleinigkeit vom Weihnachtsmann bekommen.
Meine Gastfamilie versucht nämlich japanische und deutsche Weihnachtstradition zu mischen. Am 24. gibt es die Geschenke der Familie, am 25. die des Weihnachtsmanns.

Am 26. war dann mein Geburtstag und es sah so aus, als hätte meine Gastfamilie den vergessen, bis sie mich dann mit einem Geburtstagslied und einem kleinen Geschenk überrascht hat. Am Abend haben wir dann Weihnachtspudding gegessen, weil der leckere Kuchen schon am 23. und 24. Dezember aufgegessen worden war.

Ich muss zugeben, eine rechte Weihnachtsstimmung ist hier nicht aufgekommen wie ich sie in Deutschland kenne, aber das war nicht schlimm. Wir hatten ja sogar Stollen aus Dresden (verkauft in Japan) von den Großeltern geschenkt bekommen. So gab es wenigstens geschmacklich was aus Deutschland. ^^ Hier ist es einfach zu warm für Weihnachten. Mir fehlt die Kälte, der Schnee, der Weihnachtsmarkt, der Glühwein (gut, hier gibt es auch welchen zu kaufen) und der Geruch von gerösteten Mandeln in der Luft.

Allerdings kann ich das ja alles nächstes Jahr haben, darum freue ich mich schon sehr darauf.